Der zweite Vortrag aus unserer Reihe vom 13. November 2023 ist jetzt auf YouTube. Es spricht Dr. Jörg Skriebeleit – Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und Direktor des Zentrums Erinnerungskultur an der Universität Regensburg.
Frankfurts Kulturverantwortlicherufen zu einer Lichterkette am Mainufer am 10. Dezember auf
Aufruf
In Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen setzt die Kulturszene in Frankfurt ein Zeichen gegen Antisemitismus. 85 Jahre nach den November-Pogromen 1938 sind Jüdinnen und Juden in Frankfurt wieder in Sorge um ihr Leben. Entsetzt sehen wir, dass das Massaker am 7. Oktober und der Terrorangriff von Hamas weltweit, auch in Deutschland, zum Auslöser für andauernde antisemitische Propaganda und Gewalt wurde.
Dazu wollen wir als Kulturverantwortliche in Frankfurt / Rhein-Main nicht schweigen. Wir bekennen uns zu unserer historischen Verantwortung. Wir stehen auf und nehmen Stellung: Im Alltag, bei der Arbeit, im Freundeskreis, in Vereinen und Gemeinden. Wir erheben unsere Stimme gegen Antisemitismus. Wir stellen uns schützend an die Seite von Jüdinnen und Juden. Wer sie angreift, greift uns an. Unsere Solidarität überschreitet religiöse und kulturelle Grenzen.
Als Zeichen dafür rufen wir, unterstützt durch das Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt, zu einer Lichterkette auf. Denn:
Nie wieder ist jetzt!
WIR TREFFEN UNS, GERNE MIT EIGENEN KERZEN, AM
SONNTAG, 10. DEZEMBER
ZWISCHEN EISERNEM STEG UND IGNATZ-BUBIS-BRÜCKE
(UFERWEG AN DER INNENSTADTSEITE DES MAINS)
BEGINN 18.00 UHR, ENDE 18.30 UHR
Jeder und jede aus Frankfurt und Region wird gebraucht. Denn von dieser Stadt mit ihrer vielfältigen Geschichte und Gegenwart soll ein starkes Zeichen der Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft und gegen Antisemitismus und Extremismus in unserer Gesellschaft ausgehen.
Die Kulturverantwortlichen sehen es als ihren demokratischen Auftrag an, in den aktuellen Debatten gegen jede Art der Diskriminierung einzustehen, sowie Empathie, Respekt und Vielfalt zu fördern. Wir wollen gerade jetzt Raum für offenen, kritischen und vielfältigen Gedankenaustausch schaffen und die Gesellschaft gegen jeden Extremismus stärken.
Gedenkansprache 9. November von Renata Berlin
Orte der Erinnerung – Orte der Zerstörung: Dr. Thomas Lutz
Der erste Vortrag von Dr. Thomas Lutz aus unserer Veranstaltungsreihe „Orte der Verstörung – Orte der Erinnerung“ ist jetzt auf YouTube.
Orte der Verstörung – Orte der Erinnerung: Jörg Skribeleit
Am 13.11. um 18 Uhr ist Jörg Skriebeleit von der Gedenkstätte Flossenbürg zu Gast zum Thema Orte der Verstörung – Orte der Erinnerung.
Was sind „Verstörungsorte“? Orte, in der Stadt oder auf dem Land, die sich nicht einpassen in das Schöne, Gemütliche – sie erinnern wie ein Stachel an das Böse, das Vergangene, das nicht vergeht. Die dem Vergessen im Weg stehen.
Wir stellen die These auf, dass solche Orte nur dann diese Rolle erfüllen, also beitragen zum „Nichtvergessen“, wenn es dort eine aktive Gruppe gibt, die mit ihrer Arbeit an die Geschichte erinnert.
Wir sind selbst gespannt auf die Beiträge und die folgende Diskussion und würden uns freuen, wenn Sie diese Veranstaltung besuchen würden.
Presseerklärung der Initiative 9. November e.V.
Zum Gedenken an die Opfer des Massakers der Hamas am 7.10.2023 und als Reaktion auf den am vergangenen Mittwoch auf die Bunkerwand gesprühten antisemitischen/antizionistischen Text, haben wir die Namen einiger Orte, in denen Hamas Menschen massakriert hat, auf die Bunkerwand geschrieben: Nir Oz, Be´eri, Nahal Oz, Kfar Aza. Sie sollen als das absolut Böse in unsere Sprache Eingang finden, in eine Reihe mit Sabra und Shatila, Srebrenica und Butscha.
Renata Berlin,
Vorstand der Initiative 9. November e. V.
Presseerklärung der Initiative 9. November e.V. zu den antisemitischen/antizionistischen Schmierereien auf der Wand des Hochbunkers an der Friedberger Anlage am 1.11.2023
Wir sind zutiefst betroffen von der antisemitischen Schmiererei an der Fassade des
Hochbunkers am Ort der zerstörten Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft, in dem wir, die Initiative 9. November Erinnerungsarbeit leisten.
Ein Mitglied unserer Initiative hat uns heute früh auf das unsägliche Graffiti hingewiesen. Der Vorfall ist der Polizei gemeldet und auch als Antisemitische Tat dem Rias. Im Laufe des Tages haben wir zahlreiche Anrufe erhalten und Unterstützung angeboten bekommen. Am frühen Nachmittag kam ein Maler und hat die Wand gestrichen.
Renata Berlin,
Vorstand der Initiative 9. November e. V.
9.11.2023: Erinnern an den 9. November
Wir laden alle ein, am Gedenken an die Pogrome 1938 teilzunehmen. Am 9. November werden wir, wie jedes Jahr, am Ort der zerstörten Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft um 17 Uhr Kerzen anzünden. Wir werden eine kurze Ansprache halten. Mit Beginn der Dämmerung wird der World Jewish Congress eine Fassadenprojektion mit der virtuellen Rekonstruktion (TU Darmstadt, FG Digitales Gestalten) der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft an die Außenwand des Hochbunkers zeigen. Die Ausstellungen im Hochbunker sind ab 17 Uhr geöffnet.
Orte der Verstörung – Orte der Erinnerung: Thomas Lutz
In der Auftaktveranstaltung hat Thomas Lutz am 16.10. einen Überblick über die Arbeit der Gedenkstätten seit den achtziger Jahren gegeben. Hier kurze Statements zur Bedeutung der Gedenkstätten vor Ort und zu der Bedeutung der Bunker für die Nationalsozialisten.
Szenische Lesung und Podiumsdiskussion: Nicht nur die Synagogen brannten – 85 Jahre Novemberpogrom in Frankfurt am Main
LEBEN ALS VERFOLGTE IN DER STADT DER TÄTER
IV. Tagung des Netzwerks Erinnerungskultur
Am Samstag, den 18. November, organisiert das Netzwerk Erinnerungskultur, dessen Mitglied wir sind, einen ganztägigen Workshop zum Thema „Leben als Verfolgte in der Stadt der Täter“. Anhand von Biographien der Menschen aus verschiedenen Gruppen der Opfer des Naziregime, die nach dem Krieg in Frankfurt gelebt haben, wollen wir zeigen, dass die Verfolgung nicht mit dem 8.5.1945 zu Ende war. Der Umgang mit ihnen, die Schikanen der Behörden, der Schulen, der Krankenhäuser, der zivilen Bevölkerung waren die Fortsetzung dessen, was sie und ihre Familien im 3. Reich erlitten haben. Wichtig ist uns dabei, dass alle diese Opfergruppen – Homosexuelle, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, s.g. Asoziale, Zwangsarbeiter, Euthanasie Opfer, Widerstandskämpfer, Juden – gleichermaßen weiter verfolgt wurden, manche von ihnen wurden als Opfer des Naziregimes sehr früh anerkannt, andere, wie Homosexuelle, erst sehr spät. Mit dieser Veranstaltung wollen wir auch zeigen, dass es keine Opfer erster oder letzter Klasse gibt, dass es keine „Opferkonkurrenz“ geben darf.
Die Veranstaltung findet am 18.11. von 10 – 17 Uhr im Haus am Dom statt, wir freuen uns sehr, wenn Sie kommen würden.
All that matters – Worauf es ankommt
Das Theater La Senty Menti zeigt ein Theaterstück für alle ab 9 Jahren
Uraufführung: Do 9.11. 18 Uhr | Fr 10.11. 10 Uhr | Sa 11.11. 18 Uhr | Mo 13.11. 10 Uhr | Di 14.11. 9 + 11 Uhr Mi 15.11. 10 Uhr im Theaterhaus Frankfurt, Schützenstraße
„Hoffnung ist wie eine Flamme. In einem Moment ist sie stark, im nächsten ist sie fast erloschen. Aber es bleibt immer ein Funke übrig.“ Es sind poetisch-hoffnungsvolle Erinnerungen wie diese, die uns die elfjährige Vera in ihrem Tagebuch hinterlässt.
mehr …Vortrag: EIN DENKMAL FÜR HEINRICH HEINE IN FRANKFURT
Wir freuen uns eine Veranstaltung des Instituts für Stadtgeschichte ankündigen zu können. Sie haben Björn Wissenbach eingeladen über das Heine Denkmal zu sprechen. Wir sind vor Ort und bringen mehrere Exemplare des Buchs mit.
Der Einweihung des Heine-Denkmals in der Friedberger Anlage 1913 ging eine 30jährige Schlammschlacht in der Presse voraus. 1933 stürzten die Nationalsozialisten das von Georg Kolbe gestaltete Denkmal vom Sockel, das nur unter glücklichen Umständen die Diktatur im Städelgarten überstand. Nach 1945 wurde es in der Taunusanlage neu postiert und 2023 nahe dem ursprünglichen Standort wiedererrichtet. Der Vortrag beleuchtet die Genese des Denkmals und die Gesellschaftsdebatten darum.
Referent: Björn Wissenbach, FFM
Ort: Karmeliterkloster
Veranstalter: Gesellschaft für Frankfurter Geschichte e.V. (GFG) / Institut für Stadtgeschichte
6 €, ermäßigt 3 €, frei für GFG-Mitglieder