27.9., 18 Uhr: Filmvorführung Winterreise

Winterreise – ein Leben in der Rückschau
Darsteller: Bruno Ganz, Regie: Anders Østergaard

In dem Film Winterreise begibt sich der amerikanische Moderator Martin Goldsmith auf die Spuren seines Vaters, um das Leben seiner jüdischen Eltern in Nazi-Deutschland sowie später in den USA zu verstehen.
Der Sohn wusste bisher nur, dass seine Eltern aus Deutschland stammten. Die Eltern hatten in Amerika ein neues Leben begonnen – ein Leben, in dem man keine Fragen über die Vergangenheit stellt. Erst als erwachsener Mann, nach dem Tod der Mutter, brach der Sohn diesen Bann.
Der Vater Günther Goldschmidt, dargestellt von Bruno Ganz in seiner letzten Rolle, war in der deutschen Stadt Oldenburg geboren und 2009 im US- Bundesstaat Arizona verstorben.

Unter den bohrenden Fragen des Sohnes erinnert sich Günther G. an die Schrecken der Vergangenheit, teils widerwillig, teils melancholisch und nachdenklich.
Nach seiner Kindheit und Jugend studiert er Flöte in Karlsruhe. Trotz großem Talent muss er als Jude die Hochschule 1935 ohne Diplom verlassen. Die Ausreise nach Schweden ist geplant, da erhält er eine Einladung des Kulturbundes Deutscher Juden. Dort lernt er im Orchester seine spätere Ehefrau Rosemarie, eine Bratschistin, kennen.
Beide nehmen die Bedrohung durch die Nazis lange nicht wahr. „Wir waren junge Musiker, wir wollten nur spielen.“ Erst im Jahr 1941 eröffnet sich dem Paar im letzten Moment die Möglichkeit, in die USA auszureisen. Eltern, Großeltern, Geschwister werden ermordet.

Ausgangspunkt des Films sind die authentischen Gespräche zwischen Vater und Sohn, das Drehbuch ist von Martin Goldsmith und Regisseur Østergaard gemeinsam erarbeitet. Dreh- und Angelpunkt bleibt Bruno Ganz in der Rolle des Vaters, dessen unwilliges Erinnern mit allem Schmerzhaften und Unangenehmen. Auch die zwiespältige Rolle des Jüdischen Kulturbundes in Deutschland – aus Zwang so umbenannt – für jüdische KünstlerInnen im nationalsozialistischen Deutschland ist thematisiert.

Filmtechnisch werden Archivaufnahmen und historische Fotografien genutzt, Standfotos montiert und kurze Szenen nachgestellt. Schwarz-weiße Szenen kontrastieren mit den Farbaufnahmen aus dem Amerika der Gegenwart. Insgesamt bleibt die Atmosphäre des Filmes dokumentarisch.

Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns natürlich. Bitte warme Kleidung mitbringen, der Bunker ist recht kühl.

Konzert mit Werken verfolgter Frankfurter jüdischer Musiker:innen am 10. Mai 2026

Dieses Konzert fand im Rahmen einer Kooperation von Goethe-Universität, HfMDK, Initiative 9. November e.V., Musica Judaica e.V. und der Frankfurter Gesellschaft für neue Musik e.V. statt. Ziel ist es, die vergessenen Frankfurter jüdischen Musiker und Musikerinnen wieder sichtbar und hörbar zu machen. Dazu wurde 2025 an der Universität ein Seminar zum Thema „Jüdische Musiker:innen in Frankfurt bis zum Nationalsozialismus“ veranstaltet. Die dort recherchierten Biografien finden Niederschlag in einer kleinen Wanderausstellung. In Konzerten erklingt die Musik des wiederentdeckten Notenmaterials.

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20. Juni: Buchvorstellung „Erica Ludolph – Judenretterin und Widerstandskämpferin“

Petra Bonavita und Dieter Maier stellen ihr neues Buch zu Erica Ludolph in der Dondorf Druckerei vor.

Erica Ludolph rettete 1944 „mit unendlichem Herzklopfen“ und falschen Pässen die jüdische Mutter einer Freundin vor dem KZ. Ludolph war auch Kurierin zwischen französischen Kriegsgefangenen in ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main und dem Widerstand in Frankreich.

20. Juni um 17 Uhr
Veranstaltungsort: Dondorf Druckerei (2.OG), Gabriel-Riesser-Weg 3


Eine Veranstaltung des Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 und der Initiative 9. November e.V.

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14. Juni: „Ich hab´ kein Heimatland“ Lesung mit Musik

Diana Garcia Simon liest aus ihrem Buch und erzählt über ihre Recherchen zu jüdischen Spuren im Argentinischen Tango.
Musik: Juliette Lopez, Piano, Thu Trang Sauer und Heiner Köhnen (Violine), Norbert Kotzan (Bandoneon)

Die Texte des Tangos, die an den beiden Ufern der Mündung des Río de la Plata entstanden, sind eine literarische und sprachliche Dokumentation der Migrationserfahrungen der argentinischen und uruguayischen Gesellschaft. Wir konzentrieren uns auf den künstlerischen Einfluss der Zuwanderung jüdischer Herkunft aus den osteuropäischen Ländern. Von besonderem Interesse ist die aschkenasische Einwanderung, verursacht durch die Russische Revolution, gefolgt von der Einwanderung deutscher Juden.

Jiddisch beginnt ein Teil des Tango-Wortschatzes zu werden, es vermischt sich mit anderen Randsprachen der polnischen Einwanderung und mit dem bereits existierenden Lunfardo, der Sprache des Tango und der Vororte schlechthin.

Die Themen Vertreibung, Repression und Diskriminierung in ihren Herkunftsländern sind Teil der neuen Texte. Auch das endlose Exil jüdischer Musiker, die in Argentinien blieben oder nach Europa zurückkehrten, spiegelte sich in den hierin wider.

Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns natürlich. Bitte warme Kleidung mitbringen, der Bunker ist recht kühl.

Pressestimmen zum Konzert Gegen das Vergessen am 10.5.

FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 12.5.: Jüdische Kompositionen aus Frankfurt: Es (über)lebe die Musik! – Ein unvergesslicher Abend am Ort der ehemaligen Synagoge – mit wiederentdeckten Kompositionen jüdischer Genies, die die Nazis einst vergessen machen wollten.
https://www.fr.de/frankfurt/juedische-kompositionen-aus-frankfurt-es-ueber-lebe-die-musik-94302050.html

HR2 vom 9.5.: Konzert „Gegen das Vergessen“ – Nora Eggers zu Gast bei Christiane Hillebrand

https://www.hr2.de/podcasts/musikland-hessen–konzert-gegen-das-vergessen,audio-118270.html