Wiedereröffnung der Ausstellungen am 26. April

Die Winterpause ist vorbei und wir öffnen wieder regelmäßig den Bunker für den Besuch unserer Ausstellungen.

Für den Eröffnungstag am 26.4. haben wir ein besonderes Programm vorbereitet mit Führungen zu den folgenden Ausstellungen:

  • 11:30 Uhr: Ostend Ausstellung, Führung mit Gabriela Schlick-Bamberger
  • 12:00 Uhr: Synagogen Ausstellung, Führung mit dem Kurator Marc Grellert
  • 12:30 Uhr: Displaced Persons, Führung mit dem Zeitzeugen Majer Szanckower
  • 13:00 Uhr: Einige waren Nachbarn, Führung mit Renata Berlin (Vorstand, Initiative 9. November)

Eine vorherige Anmeldung zu den Führungen ist nicht erforderlich. Bitte an warme Kleidung denken, der Bunker ist unbeheizt und ist noch kalt vom Winter.

Ab dem 26. April bis Ende November haben wir jeden Mittwoch von 17-19 Uhr und jeden Sonntag von 11-14 Uhr geöffnet. Zweimal im Monat findet eine Führung des Jüdischen Museums durch die Ostend Ausstellung statt.

Schriftliche Recherche zur Zerstörung der Synagoge an der Friedberger Anlage

Am 9. November 2025 haben wir eine neue Ausstellung zur Zerstörung der Synagoge an der Friedberger Anlage eröffnet. Dr. Ulrike Müller-Weil, ursprünglich selbst Besucherin unserer Ausstellungen, hat zum Pogrom in Frankfurt und dem Brand der Synagoge an der Friedberger Anlage Quellen und Berichte ausgewertet und mit Hilfe von unserem Mitglied Thomas Klein (Layout) auf vier Ausstellungstafeln dokumentiert.

Die schriftliche Fassung der Recherche ist ab sofort hier zu finden.

VERANSTALTUNGSTIPP: OTTO FRICKE – EIN EVANGELISCHER PFARRER IM NATIONALSOZIALISMUS UND IN DER FRÜHEN NACHKRIEGSZEIT

Mittwoch, 18. Februar 2026, 19.00-21.30 Uhr

Vortrag von Pfarrer Daniel Fricke (Evangelisch-reformierte Gemeinde
Frankfurt)


Pfarrer Otto Fricke (1902-1954) wird oft vor allem mit einem singulären Aspekt seines Wirkens verbunden: Entweder mit der Bücherverbrennung 1933 auf dem Römerberg oder dem Entstehen der Siedlung Heilsberg in Bad Vilbel nach dem Krieg. Das hat einen Grund. Sein Leben und Wirken verliefen selten linear, sondern immer wieder im vollen Einsatz für eine Sache. Im Zentrum des Vortrages steht vor allem Otto Frickes Verhältnis zum Judentum und zu Christen jüdischer Herkunft. Mit dem Bockenheimer Netzwerk, das Juden zur Flucht verhalf, war er bestens bekannt. Genauso mit dem führenden Rasseforscher Ottmar von Verschuer, für den er einen Persilschein schrieb. Sein Großneffe Daniel Fricke versucht diese und andere widerstreitenden Seiten von Otto Fricke aufzuzeigen und mit seinen Rechercheergebnissen neu zu beleuchten.


Dondorf-Druckerei, 2og:dondorf,
Gabriel Riesser-Weg 3, 60325 Frankfurt

Eine Veranstaltung des Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945

Ausstellungseröffnungen: „Die Synagoge in der Unterlindau 23″ und „Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war“

Am 3. Mai um 17 Uhr im Hochbunker

Jüdische Geschichte Sichtbar machen – Die Synagoge in der Unterlindau 23

Ein Projekt mit Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt 2024-2025

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse eines Projekts von Konfirmandinnen und Konfirmanden, die sich mit der fast vergessenen Synagoge in der Unterlindau 23 beschäftigt haben. Geforscht wurde sowohl zum Gebäude selbst als auch zu Menschen, die mit der Synagoge verbunden waren. Auf 9 Roll-Ups und mit einigen Exponaten der Rekonstruktionen werden die beeindruckenden Ergebnisse präsentiert. Vor allem die maßstabsgetreuen analogen und digitalen Rekonstruktionen ermöglichen ein lebendiges Bild, wie die Synagoge ausgesehen haben kann, von der leider keine Fotografien mehr existieren. Gearbeitet wurde unter anderem mit Klemmbausteinen, aber auch digitalen Hilfsmitteln (z.B. Minecraft oder Architektursoftware). Neben allgemeinen Informationen zur Synagoge werden in der Ausstellung auch Ausschnitte aus einem Rundgang durch das Westend gezeigt, der unter anderem den Rabbiner Dr. Jakob Horovitz den Blick nimmt.

1893 war die Synagoge als erste Synagoge im Westend als Teil der israelitischen Religionsschule gebaut worden. 1926 wurde sie dann durch ihre intensive Nutzung erweitert und durch den Weltkrieg komplett zerstört. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an den ursprünglichen Standort.

Eine Konfirmandin sagt im Rückblick: „Die Synagoge zu rekonstruieren war, als würde man ihr ein neues Leben geben. Das Thema hat mich wirklich berührt und ich finde es immer noch unglaublich, dass man jeden Tag einfach so an der Gedenktafel vorbeigelaufen ist, ohne sich Gedanken über die Geschichte dahinter zu machen. Umso mehr bin ich froh, diese Synagoge noch einmal zum Leben zu erwecken und über sie Bescheid zu wissen.“

Eine Publikation zum Projekt ist erhältlich.

Unterstützt und gefördert wurde das Projekt u.a. durch die Jüdische Gemeinde Frankfurt, das Buber-Rosenzweig-Instituts (Synagogengedenkbuch Hessen), den Ortsbeirat 2 und das Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main.

 „Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war“

Diese Ausstellung, die erstmals 2023 im Frankfurter Studierendenhaus gezeigt wurde, betrachtet den Frankfurter Auschwitzprozess vor allem aus der Perspektive der Opfer, die als Zeuginnen und Zeugen aussagten und die es oft große Überwindung kostete, vor Gericht davon zu berichten, was ihnen angetan wurde.

Eine Kooperation des Ausstellungskollektivs, der Initiative 9. November e.V. und des Fördervereins des Fritz Bauer Institut.

Eröffnung der Ausstellungen: Sonntag 3. Mai 2026 um 17:00 Uhr.

Bunker Friedberger Anlage 5-6, 60314 Frankfurt

Die beiden Ausstellungen sind bis Ende November 2026 zu sehen.

Sachbericht 2025

Mit unserem Engagement möchten wir insbesondere junge Menschen erreichen und sie für die Bedeutung historischer Verantwortung, demokratischer Werte und solidarischen Handelns sensibilisieren. Durch Ausstellungen, Führungen, Vorträge und Gedenkveranstaltungen konnten wir erneut einen wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und zur Bewahrung des kulturellen Gedächtnisses in Frankfurt leisten. Der folgende Bericht gibt einen Überblick über unsere Aktivitäten, Veranstaltungen und Schwerpunkte im Jahr 2025.

1. Ausstellungen

Während der Öffnungszeiten vom 27. April bis 30. November 2025 zeigten wir sechs Ausstellungen:

  1. Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion
  2. Displaced Persons – Vom DP-Lager Föhrenwald nach Frankfurt am Main
  3. Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel
  4. Musik als Form geistigen Widerstands – Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933–1945. Das Beispiel Frankfurt am Main
  5. Einige waren Nachbarn (eröffnet am 4. Mai)
  6. Verbrannte Orte (eröffnet am 4. Mai)

Die neue Dauerausstellung „Einige waren Nachbarn“ des United States Holocaust Memorial Museum beleuchtet das Verhalten der Bevölkerung gegenüber verfolgten Minderheiten während der NS-Zeit. Die Ausstellung wurde von uns erweitert um Frankfurter Ereignisse.

Die neue temporäre Ausstellung „Verbrannte Orte“ ist Teil des Gedenkprojekts von Jan Schenck und dem Verein Verbrannte Orte. Sie dokumentiert über 160 Orte von Bücherverbrennungen und zeigt deren heutigen Zustand. Wir ergänzten die Ausstellung um Informationen zu den Ereignissen in Frankfurt und Offenbach sowie zu weiteren Repressalien gegen Kulturschaffende in den 1930er Jahren.

2. Veranstaltungen und besondere Aktivitäten

14. Januar: Pflanzung eines neuen Gedenkbaums für die Widerstandskämpferin Rose Schlösinger. Rednerinnen: Renata Berlin und Elisabeth Abendroth.

27. April: Wiedereröffnung des Bunkers nach der Winterpause mit Führungen zu den Ausstellungen (1), (2) und (3).

4. Mai: Eröffnung der neuen Ausstellungen (5) und (6)

16. Juni: Besuch von Nachkommen ehemaliger Frankfurter jüdischer BürgerInnen im Rahmen des offiziellen Besuchsprogramms der Stadt Frankfurt.

24. Juni: Die 40. Sitzung des Ortsbeirats 4 fand in unseren Ausstellungsräumen statt.

14. September – Tag des Offenen Denkmals: Erstmalige Teilnahme mit Führungen in englischer Sprache. Das große Interesse bestärkt uns, künftig mit erweitertem Rahmenprogramm teilzunehmen.

24. September: Vortrag von Christine Hartwig-Thürmer (Studienkreis Widerstand 1933–1945), Norbert Saßmannshausen und Wilhelm Breder (Freunde Bockenheims e.V.) zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Bockenheims und ihrer Synagoge.

2. November: Filmvorführung „Julius Meyer. November 1938“ mit Lesung und anschließendem Gespräch mit Regisseur Heiko Arendt. Der Film thematisiert die Verhaftung des Frankfurter jüdischen Rechtsanwalts und Notars Julius Meyer während des Novemberpogroms 1938.

9. November – Novemberpogrom: Rede von Renata Berlin (Vorstand), musikalische Begleitung durch Pablo Olvera Salvador (Klarinette). Zusätzlich wurde die Rekonstruktion der Synagoge der IRG auf die Bunkerwand projiziert. Eröffnung der neuen Ausstellung zur Zerstörung der Synagoge an der Friedberger Anlage von Dr. Ulrike Müller-Weil.

3. Besucherzahlen, Führungen und Workshops

  • Insgesamt kamen 2101 BesucherInnen zu unseren Ausstellungen und Veranstaltungen.
  • Es fanden 125 Führungen statt, darunter 10 Führungen und 17 Workshops für SchülerInnen und Auszubildende mit insgesamt 509 SchülerInnen.  
  • Erstmals Workshops für BeamtenanwärterInnen in Kooperation mit der Stadt Frankfurt durchgeführt.
  • Fünf Führungen für den VHS-Orientierungskurs für MigrantInnen
  • Erstmals in Kooperation mit DGB Frankfurt ein Workshop im Rahmen des Bildungsurlaubs durchgeführt.

Winterpause

Wir danken Allen, die uns dieses Jahr besucht haben.

Der Bunker ist nun zu kalt für Ausstellungsbesucher*Innen.

Wir öffnen wieder am 26. April 2026.

Offener Brief an die Schulleiter*innen in Frankfurt

Keine Bühne für die AfD an unseren Schulen!

Sehr geehrte Schulleitungen und Lehrkräfte in Frankfurt,

im Vorfeld von Wahlen bekommen wir oft die Möglichkeit, bei Podiumsdiskussionen einen Einblick ins Wahlprogramm einiger Parteien zu erlangen. Dies ist hilfreich, um sich politisch zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden.
Wir bitten Sie: Laden Sie keine Vertreterinnen der AfD zu solchen Veranstaltungen ein. Nutzen Sie Ihr Hausrecht und schützen Sie Ihre Schule und uns Schülerinnen vor dieser menschenfeindlichen Partei.

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Neue Recherche zur Zerstörung der Synagoge an der Friedberger Anlage

Am 9. November 2025 haben wir eine neue Ausstellung zur Zerstörung der Synagoge an der Friedberger Anlage eröffnet. Dr. Ulrike Müller-Weil, ursprünglich selbst Besucherin unserer Ausstellungen, hat zum Pogrom in Frankfurt und dem Brand der Synagoge an der Friedberger Anlage Quellen und Berichte ausgewertet und mit Hilfe von unserem Mitglied Thomas Klein (Layout) auf vier Ausstellungstafeln dokumentiert.

Ihren Einführungsvortrag können Sie hier anhören:

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Vor 87 Jahren, am 9. November 1938, brannten in Deutschland die Synagogen.

Synagoge Friedberger Anlage, um 1907, Westseite

Auch die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft
hier in Frankfurt an der Friedberger Anlage
wurde im Pogrom 1938 von den Nazis zerstört.

In der Zeit, in der in Deutschland eine faschistische Partei
immer stärker wird, laden wir Sie alle am Sonntag, den
9. November um 17 Uhr ein, um der Zerstörung der Synagogen
und der Ermordung der Frankfurter Juden zu gedenken.

Auf der Außenfassade wird die virtuelle Rekonstruktion
der Synagoge (TU Darmstadt, FB Digitales Gestalten) projiziert.

Wir eröffnen an diesem Abend eine kleine Ausstellung
zur Zerstörung der Synagoge.

Musikalische Begleitung: Pablo Olvera Salvador (Klarinette).

Unsere Ausstellungen sind am Abend geöffnet.

Julius Meyer. November 1938

Filmvorführung, Lesung und Gespräch mit dem Regisseur Heiko Arendt am 2. November um 18 Uhr

Der Film thematisiert die Verhaftung des Frankfurter jüdischen Rechtsanwalts und Notars Julius Meyer während des November-Pogroms 1938. In diesen Tagen wurden rund 3000 Frankfurter Juden – unter ihnen Julius Meyer – festgenommen und in die Festhalle getrieben, bevor sie dann von dort in die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau transportiert wurden. Julius Meyer überstand die Haftzeit in Buchenwald und konnte nach seiner Freilassung mit seiner Familie nach England fliehen. Dort schrieb er 1940 über die Ereignisse dieser Tage und die Vorfälle in der Frankfurter Festhalle.

Der Schauspieler Jochen Nix liest im Film aus den Tagebuchaufzeichnungen des Julius Meyer. Die Lesung wird unterstützt durch Bilder der Festhalle.

Vor dem 40-minütigen Film liest Heiko Arendt aus Texten zum Novemberpogrom und der Zerstörung der Synagogen in Frankfurt. Er steht danach für ein Gespräch mit dem Publikum bereit.

Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns natürlich. Bitte warme Kleidung mitbringen, der Bunker ist recht kühl.

Fast vergessen: Die jüdische Gemeinde Bockenheim und ihre Synagoge

SW-Foto der Synagoge in der Schloßstraße

Vortrag von Christine Hartwig-Thürmer (Studienkreis Widerstand 1933-1945), Norbert Saßmannshausen und Wilhelm Breder (Freunde Bockenheims e.V.) am 23. September um 19:30

Rabbiner Dr. Jakob Horovitz

In Bockenheim gab es ab 1822 ein gleichberechtigtes Zusammenleben jüdischer und christlicher Deutscher mit völliger Gewerbefreiheit, einem Stadtrat sowie einem Bürgerausschuss. Ab 1933 wurden die Mitglieder der jüdischen Gemeinde ins Exil gedrängt oder ermordet. Während der Pogromnacht wurde die Synagoge in Brand gesteckt. Dr. Jakob Horovitz, der letzte Rabbiner, wurde von der Gestapo zu Tode gefoltert. Heute erinnert hier nichts mehr an die jüdische Gemeinde. Lediglich für die Synagoge existiert eine Gedenkplatte.

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Public tour of the World War II bunker and its exhibitions on Jewish life

Jodean Ator offers an English-language tour of the World War II bunker and our current exhibitions with Jewish Ostend and Virtual Reality Reconstructed Synagogues.

This guided tour is part of Germany’s largest cultural event. Over 5,000 historic buildings open their doors to you, your friends, and the whole family on the second Sunday in September throughout Germany. Discover places that are not normally accessible – on September 14 during Open Monument Day 2025.

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