Stadt Frankfurt erinnert an die Ereignisse der Pogromnacht 1938

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich ab sofort für eine Teilnahme anmelden

 
Die Stadt Frankfurt lädt für Montag, 9. November, um 15 Uhr zur Gedenkstunde in die Paulskirche, um an die Ereignisse der Pogromnacht des 9. Novembers 1938 zu erinnern.
 
Oberbürgermeister Mike Josef wird die Gäste im Namen der Stadt begrüßen. Marc Grünbaum, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, spricht ein Grußwort.

Anschließend hält Laila Boutemin, Sprecherin der Leibnizschule Frankfurt, Autorin und Jugendvertreterin, einen Vortrag. Zudem spricht Eva Szepesi, Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin.
 
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden auch in Frankfurt Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte und Wohnungen verwüstet sowie Jüdinnen und Juden in Konzentrationslager verschleppt, nur wenige überlebten.


 
Teilnahmemöglichkeit für Bürgerinnen und Bürger

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können nach vorheriger Anmeldung unter protokoll.ffm.de an der Gedenkstunde teilnehmen. Die Anmeldung ist bis einschließlich Donnerstag, 5. November, möglich. Der Eintritt ist frei, der Einlass in die Paulskirche beginnt am 9. November um 14.15 Uhr.

15. November: Tsi darf es azoy zayn? – Muss es so sein? Jiddische Ghetto Tangos

Jiddische Ghetto Tangos – Teil einer künstlerischen Veranstaltungsreihe TANGO – Musik, die Menschen eine Stimme gibt und ihre Geschichten erzählt

Internationales Projektensemble „Barrio de Tango“:
Lloica Czackis (Gesang)
Agustina Taborda und Christian Gerber (Bandoneon)
Heiner Köhnen und Thu Trang Sauer (Violine)
Juliette Lopez (Piano)
Sophia Price (Kontrabass)

Der Tango entstand gegen Ende des 19. Jahrhundert in Buenos Aires und Montevideo als Ergebnis einer Verschmelzung verschiedener Kulturen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg eroberte der Tango allerdings schon West- und Osteuropa. In Berlin wurde die Musik zum Soundtrack der Goldenen Zwanziger und fester Bestandteil der modernen Massenkultur. Insbesondere osteuropäisch-jüdische Komponisten schrieben in dieser Zeit neue Tangos.

Mit mehr als 3.000 komponierten Tangos entwickelte sich Warschau zur osteuropäischen Hauptstadt dieser Musik und in Städten mit großen jiddisch-sprachigen Gemeinden und auch im Shtetl wurden jiddische Tangos gespielt.

Im Zweiten Weltkrieg und während der Shoah war der Tango so zweifelsohne auch in Osteuropa einer der beliebtesten Gesellschaftstänze und tauchte sowohl in Ghettos als auch in Konzentrationslagern auf.

Befremdlich ist, dass Tangos und Musik eine doppelte Rolle spielten: Einerseits dienten sie den Bewohnern und Häftlingen als Ausdrucksmittel der „Hoffnung auf Freiheit“. Andererseits wurden sie von ihren Unterdrückern als Instrument der Gewalt eingesetzt und zu einem Soundtrack der grauenhaften Vernichtung, der mit Folter und Tod verbunden war.

Erleben Sie auf der Veranstaltung diese Musik und ihre Geschichten!
Erfahren und hören Sie:

  • über den Tango im Europa der Zwischenkriegszeit
  • wie die Nazis die Bandoneonvereine in Deutschland verboten
  • über die Terrorfunktion von Musik in den Lagern
  • welche Rolle das Frankfurter „Institut zur Erforschung der Judenfrage“ bei der Zerstörung jüdischer Kulturgüter gespielt hat
  • über Kunst und Musik als Form des Widerstands in den Ghettos
  • über ein zeitgenössisches Tango-Projekt aus Kanada, das von Erfahrungen von Holocaust-Überlebenden erzählt.

Erinnern an den 9. November

Vor 88 Jahren, am 9. November 1938, brannten in Deutschland die Synagogen.

Auch die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft hier in Frankfurt an der Friedberger Anlage wurde im Pogrom 1938 von den Nazis zerstört.

In der Zeit, in der in Deutschland eine faschistische Partei immer stärker wird, laden wir Sie alle am Montag, den 9. November um 17 Uhr ein, um der Zerstörung der Synagogen und der Ermordung der Frankfurter Juden zu gedenken.

Auf der Außenfassade zeigt der World Jewish Congress die virtuelle Rekonstruktion der Synagoge (TU Darmstadt, FB Digitales Gestalten).

Unsere Ausstellungen sind am Abend geöffnet.

27.9., 18 Uhr: Filmvorführung Winterreise

Winterreise – ein Leben in der Rückschau
Darsteller: Bruno Ganz, Regie: Anders Østergaard

In dem Film Winterreise begibt sich der amerikanische Moderator Martin Goldsmith auf die Spuren seines Vaters, um das Leben seiner jüdischen Eltern in Nazi-Deutschland sowie später in den USA zu verstehen.
Der Sohn wusste bisher nur, dass seine Eltern aus Deutschland stammten. Die Eltern hatten in Amerika ein neues Leben begonnen – ein Leben, in dem man keine Fragen über die Vergangenheit stellt. Erst als erwachsener Mann, nach dem Tod der Mutter, brach der Sohn diesen Bann.
Der Vater Günther Goldschmidt, dargestellt von Bruno Ganz in seiner letzten Rolle, war in der deutschen Stadt Oldenburg geboren und 2009 im US- Bundesstaat Arizona verstorben.

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