Wanderausstellung: „Gegen das Vergessen: Verfolgte Frankfurter jüdische Musikerinnen und Musiker bis 1945“

Bis Ende August zeigen wir die Wanderausstellung. Anschließend wird sie an verschiedenen Orten in Frankfurt zu sehen sein.

„[Frankfurt am Main] war eine schöne Stadt voll intellektueller Anregung und berühmt für ihre Theater, ihre Konzerte und ihre Oper. Außerdem war sie gefüllt mit Leuten, die die Kunst voranbringen wollten. Viel wurde für moderne Musik und moderne Malerei getan. Avantgarde-Stücke wurden in den Theatern aufgeführt. Eine der außergewöhnlichsten Privatsammlungen musikalischer Handschriften und Erstausgaben war in den Händen von Paul Hirsch.“

Frida Kahn über Frankfurt um 1921, aus dem Englischen in Generation in turmoil, New York 1960, S. 112

Im Sommersemester 2025 fand an der Goethe-Universität ein Kooperations-Seminar zum Thema „Jüdische Musiker:innen in Frankfurt bis zum Nationalsozialismus“ statt. Ausgangspunkt war die Ausstellung „Musik als Form geistigen Widerstands“ von Joachim Carlos Martini im Bunker an der Friedberger Anlage 5-6. Ziel des Seminars war es, die größtenteils vergessene Musik hiesiger jüdischer Komponistinnen zum Klingen zu bringen. Hierfür wurden Biografien recherchiert und verschriftlicht sowie Noten und Tonaufnahmen ausfindig gemacht. Auf Grundlage des gefundenen Notenmaterials ist die Musik in Konzerten hörbar. Mitwirkende Personen und Initiativen Renata Berlin, Hedayet Djeddikar, Nora Eggers, Johanna Eichhorn, Jim Igor Kallenberg, Sachli Gertler, Birgit Krapohl, die Teilnehmenden des Seminars „Jüdische Musiker:innen in Frankfurt bis zum Nationalsozialismus“.

Die Wanderausstellung ist eine Kooperation von Goethe-Universität, HfMDK, Initiative 9. November e.V., Musica Judaica e.V. und der Frankfurter Gesellschaft für neue Musik e.V. statt. Ziel ist es, die vergessenen Frankfurter jüdischen Musiker:innen wieder sichtbar und hörbar zu machen.

14. Juni: „Ich hab´ kein Heimatland“ Lesung mit Musik

Diana Garcia Simon liest aus ihrem Buch und erzählt über ihre Recherchen zu jüdischen Spuren im Argentinischen Tango.
Musik: Juliette Lopez, Piano, Thu Trang Sauer und Heiner Köhnen (Violine), Norbert Kotzan (Bandoneon)

Die Texte des Tangos, die an den beiden Ufern der Mündung des Río de la Plata entstanden, sind eine literarische und sprachliche Dokumentation der Migrationserfahrungen der argentinischen und uruguayischen Gesellschaft. Wir konzentrieren uns auf den künstlerischen Einfluss der Zuwanderung jüdischer Herkunft aus den osteuropäischen Ländern. Von besonderem Interesse ist die aschkenasische Einwanderung, verursacht durch die Russische Revolution, gefolgt von der Einwanderung deutscher Juden.

Jiddisch beginnt ein Teil des Tango-Wortschatzes zu werden, es vermischt sich mit anderen Randsprachen der polnischen Einwanderung und mit dem bereits existierenden Lunfardo, der Sprache des Tango und der Vororte schlechthin.

Die Themen Vertreibung, Repression und Diskriminierung in ihren Herkunftsländern sind Teil der neuen Texte. Auch das endlose Exil jüdischer Musiker, die in Argentinien blieben oder nach Europa zurückkehrten, spiegelte sich in den hierin wider.

Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns natürlich. Bitte warme Kleidung mitbringen, der Bunker ist recht kühl.

Pressestimmen zum Konzert Gegen das Vergessen am 10.5.

FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 12.5.: Jüdische Kompositionen aus Frankfurt: Es (über)lebe die Musik! – Ein unvergesslicher Abend am Ort der ehemaligen Synagoge – mit wiederentdeckten Kompositionen jüdischer Genies, die die Nazis einst vergessen machen wollten.
https://www.fr.de/frankfurt/juedische-kompositionen-aus-frankfurt-es-ueber-lebe-die-musik-94302050.html

HR2 vom 9.5.: Konzert „Gegen das Vergessen“ – Nora Eggers zu Gast bei Christiane Hillebrand

https://www.hr2.de/podcasts/musikland-hessen–konzert-gegen-das-vergessen,audio-118270.html

Pressestimmen zu den neuen Ausstellungen

Foto der Ausstellungstafeln für die neuen Ausstellungen

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 13.5.: Jüdische Geschichte sichtbar machen – Im Hochbunker an der Friedberger Anlage sind neue Ausstellungen zu sehen. Eine berichtet von den Zeugen beim Frankfurter Auschwitzprozess, die andere zeigt Rekonstruktionen der Synagoge in der Unterlindau 23.
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frankfurt-ausstellungen-im-hochbunker-zu-juedischer-geschichte-accg-200814285.html

HR2 vom 7.5.: Jüdische Geschichte in Frankfurt – Mario Scalla empfiehlt den Besuch zweier Ausstellungen zur jüdischen Geschichte in Frankfurt.
https://www.hr2.de/programm/hr2-fruehkritik-juedische-geschichte-in-frankfurt–zwei-ausstellungen-im-frankfurter-hochbunker-in-der-friedberger-anlage,fruehkritik-hochbunker-102.html

FRANKFURTER NEUE PRESSE vom 24.4.: Die Zeugen im Auschwitzprozess – Hochbunker startet am Sonntag in die neue Ausstellungssaison – Mehrere Führungen

FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 24.4.: Neue Ausstellungen im Frankfurter Hochbunker – Die Initiative 9. November lädt wieder in die jüdische Gedenkstätte ein: Es geht um eine ehemalige Synagoge und um den Auschwitz-Prozess.
https://www.fr.de/frankfurt/neue-ausstellungen-im-frankfurter-hochbunker-94275536.html