13.9.: Tag des Offenen Denkmals

Wir nehmen teil an Deutschlands größtem Kulturevent. Über 5.000 Denkmaltüren öffnen immer am 2. Sonntag im September deutschlandweit für Sie, Ihre Freunde und die ganze Familie. Entdecken Sie sonst nicht zugängliche Orte, lassen Sie sich von historischen Handwerkstechniken begeistern oder blicken Sie Experten bei Restaurierungsmaßnahmen exklusiv über die Schulter – am 13. September beim Tag des offenen Denkmals 2026.

Über dieses Denkmal

Der Hochbunker an der Friedberger Anlage wurde 1942 auf den Grundmauern der von Nationalsozialisten zerstörten Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft gebaut. Dieser Ort ist ein besonderer: Er vereinigt in sich das Zerstörte – die zerstörte Synagoge – und das Zerstörende – den Bunker. Die Initiative 9. November erinnert an die November-Pogrome und schafft mit Ausstellungen und Veranstaltungen einen Raum zur Auseinandersetzung mit Hass, Antisemitismus, Verfolgung und Vernichtung.

Programm

Am Tag des offenen Denkmals sind unsere Ausstellungen durchgängig geöffnet. Besucher:innen können eigenständig unsere Ausstellungen besuchen oder an einer Führung teilnehmen. Es ist auch möglich, die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft, die früher an der Stelle des Hochbunkers in der Friedberger Anlage stand, mithilfe einer VR-Brille von innen zu sehen.

Führung: Die Geschichte des Orts und unsere Ausstellungen

An Stelle des Bunkers stand früher eine Synagoge, die in den Novemberpogromen von Nazis zerstört worden ist. In der Führung gehen wir auf die Geschichte des Orts ein und geben einen kurzen Überblick über unsere Ausstellungen.

Zeiten

Sonntag, 13.09.2026 11:30 Uhr

Sonntag, 13.09.2026 13:00 Uhr

Pressestimmen zum „Fernrohr in die Vergangenheit“

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 3.9.: Zerstörte Synagoge: Ein Fernrohr in die Vergangenheit – Die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft im Frankfurter Ostend wurde im November 1938 zerstört – eine Installation macht sie nun mittels Virtual-Reality-Technik wieder sichtbar.
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frankfurt-virtuelle-rekonstruktion-zeigt-zerstoerte-synagoge-accg-201183894.html

FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 2.9.: Auferstehung einer Synagoge: Ein intensiver Blick ins Damals – Die feierliche Eröffnung des „Fernrohrs in die Vergangenheit“ an der früheren Synagoge ist auch eine Mahnung für die Gegenwart. Weitere virtuelle Rekonstruktionen sollen folgen.
https://www.fr.de/frankfurt/auferstehung-einer-synagoge-ein-intensiver-blick-ins-damals-94472143.html

HESSENSCHAU vom 2.9.: „Fernrohr in die Vergangenheit“ Zerstörte Frankfurter Synagoge wird mit Virtual Reality wieder sichtbar – Die Nationalsozialisten brannten sie nieder, plünderten und bauten einen Bunker auf den Grundmauern: Durch ein „Fernrohr in die Vergangenheit“ wird nun die ehemals größte Frankfurter Synagoge wieder sichtbar – zumindest virtuell.
https://www.hessenschau.de/kultur/virtual-reality-tu-darmstadt-macht-zerstoerte-synagoge-in-frankfurt-wieder-sichtbar-v1,synagoge-106.html

FRANKFURTER NEUE PRESSE vom 16.7.: Im Okular wird Synagoge wieder wahr – Fernglas ermöglicht Blick in die Vergangenheit des zerstörten Gotteshauses

FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 3.7.: Fernrohr in die Vergangenheit lässt die Synagoge auferstehen – Die Synagoge an der Friedberger Anlage soll wieder sichtbar werden – wenigstens virtuell. Ein Projekt macht es möglich und braucht noch Spenden.
https://www.fr.de/frankfurt/fernrohr-in-die-vergangenheit-laesst-die-synagoge-auferstehen-94381877.html

Pressemitteilung: Die Synagoge Friedberger Anlage wird für die Stadtgesellschaft wieder sichtbar

Perspektive Fernrohr 3D Modell Synagoge Friedberger Anlage
(c) Technische Universitaet Darmstadt FG Digitales Gestalten

Die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft an der Friedberger Anlage, einst die größte Frankfurter Synagoge, eingeweiht am 29. August 1907, wurde durch die Naziverbrecher im Novemberpogrom 1938 in Brand gesteckt und vollständig zerstört.

In einem Festakt am 1. September 2026 am Standort der zerstörten Synagoge in der Friedberger Anlage, am Hochbunker, den die Nazis 1942 durch Zwangsarbeiter an der Stelle des Gotteshauses errichten ließen, machen wir, Initiative 9. November e.V. und das Fachgebiet Digitales Gestalten der TU Darmstadt, sie für die Stadtgesellschaft wieder sichtbar:

An der Friedberger Anlage gegenüber dem Bunker wird ein Gestell in Form eines Fernrohrs aufgestellt, das „Fernrohr in die Vergangenheit“. Wenn man hindurch schaut, sieht man nicht den Bunker, sondern die Synagoge, so wie sie aussehen würde, wenn sie nicht durch die Deutschen Faschisten zerstört worden wäre. Mit den Virtuell Reality-Brillen kann man sich auch im Inneren der Synagoge bewegen.

Die im „Fernrohr in die Vergangenheit“ und den VR-Brillen verwendete neue virtuelle Rekonstruktion der Synagoge wurde im Rahmen des Projektes „Visualisierung des Zerstörten – Synagogen im Rhein-Main-Gebiet“ vom Fachgebiet Digitales Gestalten der TU Darmstadt aktualisiert. Die Stiftung Giersch unterstützte das Projekt. Das Fernrohr in die Vergangenheit wurde von der Stiftung Citoyen, der DZ-Bank, der Hessischen Staatskanzlei, der Holger Koppe-Stiftung, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, der Naspa Stiftung und vielen Einzelspendern gefördert.

27.9., 18 Uhr: Filmvorführung Winterreise

Winterreise – ein Leben in der Rückschau
Darsteller: Bruno Ganz, Regie: Anders Østergaard

In dem Film Winterreise begibt sich der amerikanische Moderator Martin Goldsmith auf die Spuren seines Vaters, um das Leben seiner jüdischen Eltern in Nazi-Deutschland sowie später in den USA zu verstehen.
Der Sohn wusste bisher nur, dass seine Eltern aus Deutschland stammten. Die Eltern hatten in Amerika ein neues Leben begonnen – ein Leben, in dem man keine Fragen über die Vergangenheit stellt. Erst als erwachsener Mann, nach dem Tod der Mutter, brach der Sohn diesen Bann.
Der Vater Günther Goldschmidt, dargestellt von Bruno Ganz in seiner letzten Rolle, war in der deutschen Stadt Oldenburg geboren und 2009 im US- Bundesstaat Arizona verstorben.

Unter den bohrenden Fragen des Sohnes erinnert sich Günther G. an die Schrecken der Vergangenheit, teils widerwillig, teils melancholisch und nachdenklich.
Nach seiner Kindheit und Jugend studiert er Flöte in Karlsruhe. Trotz großem Talent muss er als Jude die Hochschule 1935 ohne Diplom verlassen. Die Ausreise nach Schweden ist geplant, da erhält er eine Einladung des Kulturbundes Deutscher Juden. Dort lernt er im Orchester seine spätere Ehefrau Rosemarie, eine Bratschistin, kennen.
Beide nehmen die Bedrohung durch die Nazis lange nicht wahr. „Wir waren junge Musiker, wir wollten nur spielen.“ Erst im Jahr 1941 eröffnet sich dem Paar im letzten Moment die Möglichkeit, in die USA auszureisen. Eltern, Großeltern, Geschwister werden ermordet.

Ausgangspunkt des Films sind die authentischen Gespräche zwischen Vater und Sohn, das Drehbuch ist von Martin Goldsmith und Regisseur Østergaard gemeinsam erarbeitet. Dreh- und Angelpunkt bleibt Bruno Ganz in der Rolle des Vaters, dessen unwilliges Erinnern mit allem Schmerzhaften und Unangenehmen. Auch die zwiespältige Rolle des Jüdischen Kulturbundes in Deutschland – aus Zwang so umbenannt – für jüdische KünstlerInnen im nationalsozialistischen Deutschland ist thematisiert.

Filmtechnisch werden Archivaufnahmen und historische Fotografien genutzt, Standfotos montiert und kurze Szenen nachgestellt. Schwarz-weiße Szenen kontrastieren mit den Farbaufnahmen aus dem Amerika der Gegenwart. Insgesamt bleibt die Atmosphäre des Filmes dokumentarisch.

Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns natürlich. Bitte warme Kleidung mitbringen, der Bunker ist recht kühl.

Konzert mit Werken verfolgter Frankfurter jüdischer Musiker:innen am 10. Mai 2026

Dieses Konzert fand im Rahmen einer Kooperation von Goethe-Universität, HfMDK, Initiative 9. November e.V., Musica Judaica e.V. und der Frankfurter Gesellschaft für neue Musik e.V. statt. Ziel ist es, die vergessenen Frankfurter jüdischen Musiker und Musikerinnen wieder sichtbar und hörbar zu machen. Dazu wurde 2025 an der Universität ein Seminar zum Thema „Jüdische Musiker:innen in Frankfurt bis zum Nationalsozialismus“ veranstaltet. Die dort recherchierten Biografien finden Niederschlag in einer kleinen Wanderausstellung. In Konzerten erklingt die Musik des wiederentdeckten Notenmaterials.

mehr …