8. Mai 2025 – 80 Jahre Kriegsende / Fünf Stationen – Erinnerungskultur In Frankfurt am Main

Vor 80 Jahren wurde Frankfurt vom Nationalsozialismus befreit. Die unvorstellbaren Verbrechen des NS-Regimes dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Aus diesem Grund betreibt die Stadt Frankfurt bis heute eine intensive Erinnerungsarbeit. Das Dezernat für Kultur und Wissenschaft unter Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig ist seit Jahren im Austausch mit zahlreichen Initiativen, Organisationen und Vereinen im gesamten Stadtgebiet, die sich mit genau diesem „Wachhalten der Erinnerung“ beschäftigen. Auf welch unterschiedliche Weise dies geschieht, zeigt sie an fünf Beispielen.

Weitere Infos: https://t1p.de/3z9zw

Pressestimmen zu den neuen Ausstellungen

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 05.05.: Initiative 9. November: Von Profiteuren, Mitläufern und Helden – Warum haben in der NS-Zeit so wenige den Verfolgten geholfen? Und wie sehen die Orte, an denen 1933 Bücher verbrannt wurden, heute aus? Um diese Fragen geht es in zwei Ausstellungen, die die Frankfurter Initiative 9. November nun zeigt.
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/initiative-9-november-zeigt-zwei-neue-ausstellungen-im-bunker-an-der-friedberger-anlage-110457592.html

JOURNAL FRANKFURT vom 02.05.: Ausstellungen im Hochbunker: Fragen zu Frankfurter Nazi-Vergangenheit – Die Initiative 9. November lädt zur Eröffnung zweier neuer Ausstellungen in den Hochbunker an der Friedberger Anlage ein. „Einige waren Nachbarn“ und „Verbrannte Orte“ beleuchten Frankfurter Nazi-Vergangenheit.
https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Stadtleben-2/Ausstellungen-im-Hochbunker-Fragen-zu-Frankfurter-Nazi-Vergangenheit-43843.html

FRANKFURTER NEUE PRESSE vom 24.04.: Wo Retter auf Denunzianten treffen – Neue Ausstellungen in der Gedenkstätte der Synagoge Friedberger Anlage in Frankfurt eröffnet.
https://www.fnp.de/frankfurt/neue-ausstellungen-in-der-gedenkstaette-der-synagoge-friedberger-anlage-in-frankfurt-eroeffnet-93697365.html

FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 22.04.: Frankfurt: Gedenken im Bunker und auf der Straße – Ausstellungseröffnungen und Stolperstein-Aktionen erinnern an die Judenverfolgung. Beginn an diesem Mittwoch.
https://www.fr.de/frankfurt/frankfurt-gedenken-im-bunker-und-auf-der-strasse-93694596.html

FAUST KULTUR vom 22.04.: Faust Kulturtipp: „Einige waren Nachbarn“ und „Verbrannte Orte“
https://faustkultur.de/kulturtipps-kunst/einige-waren-nachbarn-und-verbrannte-orte

Eröffnung der Ausstellungen ‚Einige waren Nachbarn‘ und ‚Verbrannte Orte‘

Im 1. Stock zeigen wir in diesem Jahr die zwei Ausstellungen ‚Einige waren Nachbarn‘ und ‚Verbrannte Orte‘. Die Eröffnung findet am 4. Mai um 16 Uhr im Hochbunker an der Friedberger Anlage statt.

Nach der Annexion Österreichs sehen Anwohner zu, wie österreichische Nationalsozialisten Juden zwingen, den Bürgersteig zu schrubben. Wien, März 1938. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Die Ausstellung „Einige waren Nachbarn“ zeigt, wie sich die einzelnen Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus gegenüber ihren verfolgten Nachbarn, Freunden, Arbeitskollegen, Klassenkameraden verhalten haben. Haben sie diese unterstützt oder verraten? Die zentrale Rolle Adolf Hitlers und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar, aber sie waren auf unzählige andere angewiesen. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum nahmen einige mit größtem Eifer an der Verfolgung von Juden teil, während andere Mitläufer waren oder sich aus anderen Gründen anschlossen? Warum haben so wenige den Opfern geholfen?

Die Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museums zeigt, welche Motive und Zwänge die Entscheidungen und Verhaltensweisen von Individuen während des Holocaust beeinflussten. Die Ausstellung haben wir um die Situation in der Stadt Frankfurt ergänzt: wer hat gerettet? Wer hat denunziert? Wer hat profitiert?

Wie haben die städtischen Beamten der vormals „jüdischsten“ deutschen Stadt agiert, haben sie „nur Befehle ausgeführt“ oder haben sie persönlich – zusätzlich – mehr getan. Oder umgekehrt – dank ihrer Position Menschen gerettet?

„Nur dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“
Gedenkplakette auf dem Römerberg Frankfurt am Main

Die Ausstellung mit dem Titel „Verbrannte Orte“ behandelt die Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 mit dem Höhepunkt am 10. Mai 1933.

Die Ausstellung ist Teil eines Gedenkprojektes des Fotografen Jan Schenck und des Vereins „Verbrannte Orte e.V.“. Sie behandelt die umfassende Kampagne gegen missliebige Schriftsteller:innen und Publizist:innen, deren Bücher in öffentlich inszenierten Aktionen an mehr als 160 Orten verbrannt wurden, und zeigt mit Fotografien den heutigen Zustand einiger Orte, an denen diese Verbrennungen stattfanden.

Wir haben für die Präsentation der Ausstellung im Bunker neue Aspekte hinzugefügt. Zu den damaligen Ereignissen speziell in Frankfurt und Offenbach und zu den Repressalien gegen andere Bereiche der Kultur in den dreißiger Jahren.

Wiedereröffnung der Ausstellungen

Die Winterpause ist vorbei und wir öffnen wieder regelmäßig den Bunker für den Besuch unserer Ausstellungen. Am Eröffnungstag wird es zu folgenden Ausstellungen eine Führung geben, eine Anmeldung ist nicht erforderlich:

  • 11:30 Führung Ostend – Blick in ein Jüdisches Viertel mit Gabriela Schlick-Bamberger
  • 12:30 Führung Displaced Persons – Vom DP-Lager Föhrenwald nach Frankfurt am Main mit Gabriela Schlick-Bamberger
  • 13:15 Führung Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion mit Kurator Marc Grellert

Ab dem 27. April bis Ende November haben wir jeden Mittwoch von 17-19 Uhr und jeden Sonntag von 11-14 Uhr geöffnet. Alle zwei Wochen findet eine Führung durch die Ostend Ausstellung statt.

Zusammen gegen Rassismus und Faschismus

Demo am 21. März um 18 Uhr

Auch in diesem Jahr rufen wir gemeinsam mit internationalen Partnern dazu auf, am 21. März, dem Internationalen Aktionstag gegen Rassismus und Faschismus, gegen Ausgrenzung, Stigmatisierung, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiziganismus und jede Form von Rassismus zu protestieren.

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Gedenkbaum Rose Schlösinger

Am 14. Januar 2025 wurde für die Widerstandskämpferin Rose Schlösinger ein neuer Gedenkbaum gepflanzt. Der erste Apfelbaum zu Ehren Rose Schlösingers wurde am 5. Oktober 1993 am Hochbunker gepflanzt. Leider ist dieser eingegangen, daher haben wir das Grünflächenamt Frankfurt gebeten einen neuen Baum zu pflanzen. Zur erneuten Einweihung in kleinem Kreis sprachen Renata Berlin sowie Elisabeth Abendroth.

Mit der heutigen Pflanzung dieses Ehrenbaums möchten wir Roses Schlösingers Leben und Wirken lebendig halten. Nicht nur als Teil der Vergangenheit, sondern als Auftrag an uns für Gegenwart. In den Zeiten, in denen eine faschistische Partei in Deutschland immer stärker wird, auch hier in Hessen, soll dieser Rose-Schlösinger-Baum uns erinnern, dass wir aktiv die Demokratie verteidigen und stärken müssen, damit es nicht zu einer faschistischen Gesellschaft kommt.

Renata Berlin, am 14. Januar 2025 zur Einweihung des Gedenkbaums

Verwendete Bilder: photographer unknown; Gerhard Hochhuth and Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Nachlass Schlösinger-Ennenbach-Sideri (full usage rights) – Gerhard Hochhuth (property); Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Nachlass Schlösinger-Ennenbach-Sideri (archive) CC BY-SA 4.0

Liebe Freund*innen der Initiative,

für Ihre Freundschaft und Ihr Interesse an unseren Ausstellungen und Veranstaltungen möchten wir uns bei Ihnen herzlich bedanken. 

Wir wünschen Ihnen fröhliches Chanukka, schönes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr! Wir freuen uns, Sie 2025 wieder bei uns begrüßen zu dürfen!

Seit Ende November befinden wir uns in der Winterpause und planen die kommenden Ausstellungen. Eine Ausstellung zu den Bücherverbrennungen in Frankfurt und Umgebung, der Auslöschung und Verbannung „entarteter“ Kultur. Die Ausstellung „Einige waren Nachbarn“, stellt das Verhalten der Nicht-jüdischen Bevölkerung und ihren Umgang mit den Jüdinnen und Juden in den Mittelpunkt.

Die Ausstellungen im Bunker werden wir wieder am 27. April im kommenden Jahr öffnen.


Herzliche Grüße,

Renata Berlin, Rainer Boettge, Max Apel

Führungen während der Winterpause

Während unserer Winterpause bieten wir auf Anfrage Schulklassenführungen an. Zudem arbeiten wir eng mit zwei externen Guides zusammen. Deren Führungen Sie gerne buchen können:

Jodean Ator hat schon viele englischsprachige Führungen bei uns angeboten. Weitere Informationen auf ihrer Webseite Frankfurt on Foot.

Sascha Ruehlow bietet regelmäßig zusammen mit Frankfurter Stadtevents eine Führung bei uns an. Die Termine finden Sie unten.

22.12.24, 17:00 Uhr: Führung: Hochbunker & Gedenkstätte – Ein Ort des Gedenkens Jüdischen Lebens in Frankfurt

19.4.25, 15:00 Uhr: Führung: Hochbunker & Gedenkstätte – Ein Ort des Gedenkens Jüdischen Lebens in Frankfurt

Winterpause

Die Ausstellungen und der Bunker sind von Dezember bis Ende April geschlossen. Der Bunker ist unbeheizt.

Wir öffnen wieder am Sonntag den 27. April.

Vor 86 Jahren am 9. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen

Synagoge Friedberger Anlage, um 1907, Westseite

Auch die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft hier in Frankfurt
an der Friedberger Anlage wurde im Pogrom 1938
von den Nazis zerstört.
In der Zeit, in der in Deutschland eine faschistische Partei
immer stärker wird, laden wir Sie alle
am Samstag, den 9. November um 18 Uhr ein,
um der Zerstörung der Synagogen und
der Ermordung der Frankfurter Juden zu gedenken.
Auf der Außenfassade zeigt das World Jewish Congress
die virtuelle Rekonstruktion der Synagoge
(TU Darmstadt, FB Digitales Gestalten).
Unsere Ausstellungen sind am Abend geöffnet.

Zum Tod von Carmen-Renate Köper

Die Schauspielerin Carmen-Renate Köper ist am Dienstag, 1. Oktober, wenige Wochen nach dem Tod ihres Mannes Peter Eschberg, mit dem sie seit 1967 verheiratet war, im Alter von 97 Jahren verstorben. Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig kondoliert den Angehörigen im Namen der Stadt Frankfurt: „Wir sind traurig zu erfahren, dass Carmen-Renate Köper so kurz nach ihrem Mann verstorben ist und trauern mit ihrer Familie. Carmen-Renate Köper war eine leidenschaftliche, geradlinige Künstlerin, die in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit ihrer Persönlichkeit und ihrer großen Ausstrahlung als Schauspielerin das Frankfurter Theaterleben prägte. Ihre künstlerische Präsenz und Beliebtheit beim Publikum nutzte sie, um gegen das Vergessen der jüdischen Vergangenheit Frankfurts einzustehen. So wurde sie Mitglied der Initiative 9. November und realisierte während ihrer Frankfurter Zeit Filmportraits etwa über Bertha Pappenheim, Trude Simonsohn und Arno Lustiger. Mit diesem Bekenntnis zeigte sie ganz selbstverständlich, wie Künstlerinnen über die Bühne hinaus politische Wirkung entfalten können. Mit dieser Haltung ist Carmen-Renate Köper ein Vorbild für uns, das wir nicht vergessen werden.“

Ihren Weg auf die Bühne ging Köper ganz bewusst und auch gegen Widerstände. So musste sie während ihrer Zeit an der Schauspielschule Bochum als Hausangestellte arbeiten um diese Ausbildung finanzieren zu können. Als Schauspielerin verbrachte sie lange erfolgreiche Jahre an den Theatern in Köln und Bonn und wirkte etwa in den 1980er Jahren in der Uraufführung von Elfriede Jelineks „Clara S.“ und in der deutschen Erstaufführung von Edward Bonds „Der große Frieden“ mit. In dieser Zeit begann sie die Arbeit an Drehbüchern für Fernsehserien.

Köper kam 1991 mit ihrem Mann Peter Eschberg ans Schauspiel Frankfurt. Hier verkörperte sie unter anderen 1995 Claire Zachanassian in „Besuch der alten Dame“ und 1998 die Titelrolle in „Wassa Schelesnowa“ von Maxim Gorki. Für ihr Engagement wurde die Künstlerin 1999 mit der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt und der Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen ausgezeichnet. Auch nach ihrer Frankfurter Zeit kehrte sie gelegentlich an den Main zurück etwa für Lesungen im Literaturhaus und im Palmengarten.

(Quelle: Pressenewsletter Stadt Frankfurt am Main vom 09.10.2024)

Von der Wahrscheinlichkeit zu Überleben

Lesung am 23. Oktober um 19:00

VON DER WAHRSCHEINLICHKEIT ZU ÜBERLEBEN

Lesung aus dem gleichnamigen Buch von Janusz Garlicki zur Ausstellung 0=Frankfurt von Margarete Rabow.

Es liest Ulrich Sonnenschein, Autor und Moderator in der Kulturredaktion des HR. Mit ihm im Gespräch ist die Künstlerin Margarete Rabow.

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