Sachbericht 2025

Mit unserem Engagement möchten wir insbesondere junge Menschen erreichen und sie für die Bedeutung historischer Verantwortung, demokratischer Werte und solidarischen Handelns sensibilisieren. Durch Ausstellungen, Führungen, Vorträge und Gedenkveranstaltungen konnten wir erneut einen wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und zur Bewahrung des kulturellen Gedächtnisses in Frankfurt leisten. Der folgende Bericht gibt einen Überblick über unsere Aktivitäten, Veranstaltungen und Schwerpunkte im Jahr 2025.

1. Ausstellungen

Während der Öffnungszeiten vom 27. April bis 30. November 2025 zeigten wir sechs Ausstellungen:

  1. Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion
  2. Displaced Persons – Vom DP-Lager Föhrenwald nach Frankfurt am Main
  3. Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel
  4. Musik als Form geistigen Widerstands – Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933–1945. Das Beispiel Frankfurt am Main
  5. Einige waren Nachbarn (eröffnet am 4. Mai)
  6. Verbrannte Orte (eröffnet am 4. Mai)

Die neue Dauerausstellung „Einige waren Nachbarn“ des United States Holocaust Memorial Museum beleuchtet das Verhalten der Bevölkerung gegenüber verfolgten Minderheiten während der NS-Zeit. Die Ausstellung wurde von uns erweitert um Frankfurter Ereignisse.

Die neue temporäre Ausstellung „Verbrannte Orte“ ist Teil des Gedenkprojekts von Jan Schenck und dem Verein Verbrannte Orte. Sie dokumentiert über 160 Orte von Bücherverbrennungen und zeigt deren heutigen Zustand. Wir ergänzten die Ausstellung um Informationen zu den Ereignissen in Frankfurt und Offenbach sowie zu weiteren Repressalien gegen Kulturschaffende in den 1930er Jahren.

2. Veranstaltungen und besondere Aktivitäten

14. Januar: Pflanzung eines neuen Gedenkbaums für die Widerstandskämpferin Rose Schlösinger. Rednerinnen: Renata Berlin und Elisabeth Abendroth.

27. April: Wiedereröffnung des Bunkers nach der Winterpause mit Führungen zu den Ausstellungen (1), (2) und (3).

4. Mai: Eröffnung der neuen Ausstellungen (5) und (6)

16. Juni: Besuch von Nachkommen ehemaliger Frankfurter jüdischer BürgerInnen im Rahmen des offiziellen Besuchsprogramms der Stadt Frankfurt.

24. Juni: Die 40. Sitzung des Ortsbeirats 4 fand in unseren Ausstellungsräumen statt.

14. September – Tag des Offenen Denkmals: Erstmalige Teilnahme mit Führungen in englischer Sprache. Das große Interesse bestärkt uns, künftig mit erweitertem Rahmenprogramm teilzunehmen.

24. September: Vortrag von Christine Hartwig-Thürmer (Studienkreis Widerstand 1933–1945), Norbert Saßmannshausen und Wilhelm Breder (Freunde Bockenheims e.V.) zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Bockenheims und ihrer Synagoge.

2. November: Filmvorführung „Julius Meyer. November 1938“ mit Lesung und anschließendem Gespräch mit Regisseur Heiko Arendt. Der Film thematisiert die Verhaftung des Frankfurter jüdischen Rechtsanwalts und Notars Julius Meyer während des Novemberpogroms 1938.

9. November – Novemberpogrom: Rede von Renata Berlin (Vorstand), musikalische Begleitung durch Pablo Olvera Salvador (Klarinette). Zusätzlich wurde die Rekonstruktion der Synagoge der IRG auf die Bunkerwand projiziert. Eröffnung der neuen Ausstellung zur Zerstörung der Synagoge an der Friedberger Anlage von Dr. Ulrike Müller-Weil.

3. Besucherzahlen, Führungen und Workshops

  • Insgesamt kamen 2101 BesucherInnen zu unseren Ausstellungen und Veranstaltungen.
  • Es fanden 125 Führungen statt, darunter 10 Führungen und 17 Workshops für SchülerInnen und Auszubildende mit insgesamt 509 SchülerInnen.  
  • Erstmals Workshops für BeamtenanwärterInnen in Kooperation mit der Stadt Frankfurt durchgeführt.
  • Fünf Führungen für den VHS-Orientierungskurs für MigrantInnen
  • Erstmals in Kooperation mit DGB Frankfurt ein Workshop im Rahmen des Bildungsurlaubs durchgeführt.