Trude Simonsohn 1921 – 2022

Ehrenbürgerin der Stadt FrankfurtDie Initiative 9. November erinnert

Trude Simonsohn bei der Veranstaltung: Es wären 100 Jahre zum Jubiläum der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft. (c) 2007 Edith Marcello

Die erste Begegnung mit Trude Simonsohn blieb den meisten Menschen für immer im Gedächtnis. Wiederholten sich diese Begegnungen verbunden mit Gesprächen, Vorträgen, Würdigungen in Paulskirche und Universität, wie unsere Gruppe das Glück hatte miterleben zu dürfen, dann festigte sich der Eindruck von einer bedeutenden großen Persönlichkeit von Mal zu Mal mehr. Gleichzeitig wuchs die gute Erfahrung, dass Trude Simonsohn für das Engagement einer Bürgerinitiative wie der unseren jederzeit ansprechbar war, für Interviews ihre Wohnung zur Verfügung stellte, die inhaltliche Arbeit interessiert und wertschätzend begleitete und in vielfältiger Weise aktiv unterstützte.

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Öffnungszeiten im Winter

Diesen Winter öffnen wir erstmals einmal im Monat den unbeheizten Bunker um Besucher*innen die Gelegenheit zu geben, unsere neue Ausstellung zu virtuellen Synagogen zu sehen. An folgenden Tagen haben wir jeweils von 11:00 – 14:00 Uhr geöffnet:

  • 23. Januar 2022
  • 20. Februar 2022
  • 27. März 2022

2G-Plus-Regelung

Aufgrund der sich zuspitzenden Coronasituation gilt ab sofort bei uns die 2G-Plus-Regelung. Am Einlass ist dann ein gültiger Impfnachweis oder ein Nachweis einer überstandenen Corona-Infektion, der Personalausweis und zusätzlich ein tagesaktueller, negativer Schnelltest aus einem offiziellen Testzentrum vorzulegen.

Für dreifach geimpfte Personen entfällt der Testnachweis. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sowie Menschen, die sich nachweislich nicht impfen lassen können, sind hiervon ebenfalls ausgenommen. Für sie ist ein Schnelltest ausreichend und erforderlich.

Zusätzlich ist für den Besuch der Ausstellungen sowie für die Führungen eine Maske zu tragen.

Aufruf zu einer Aktion: KZ Lager Katzbach

Wir möchten auf einen Aufuf zu einer Aktion des Vereins LAGG (Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim) zum KZ Lager Katzbach hinweisen:
Seit seiner Gründung 1992 hat sich der Verein LAGG (Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim) zum Ziel gesetzt, das Konzentrationslager „Katzbach“ in den Adlerwerken nach jahrzehntelanger Leugnung und Verharmlosung zu einem festen Bestandteil der Erinnerungskultur Frankfurts zu machen. Einen Teilerfolg hatten wir mit unserer Forderung nach „Entschädigung“ der damals noch lebenden ehemaligen Häftlinge erzielt, ein weiterer Erfolg ist jetzt mit der Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte in den ehemaligen Adlerwerken erreicht. Diese wird im Frühjahr 2022 eröffnet.

Aus Anlass des 77. Jahrestags des Todesmarsches aus dem KZ möchten wir alle Häftlinge, von denen die übergroße Mehrheit KZ und Todesmarsch nicht überlebt haben, würdigen…

Wir brauchen 1616 Menschen, die sich mit einem selbst gemachten Schild mit einem der Namen entlang des Mainufers aufstellen. Etwa so: Ich bin oder ich stehe für oder ich gedenke Ryszard Olek, er war Häftling im KZ „Katzbach“ …

Datum: Samstag, 19. März 2022, 14 – 16 Uhr, am Mainufer


Für die weitere Planung wäre es wichtig, wenn sich die Teilnehmer*innen bis Mitte Dezember unter der Adresse:   gedenken@lagg-ev.de  melden. Sie erhalten dann einen der Häftlings-Namen mit den persönlichen Daten. Natürlich ist auch eine spätere Anmeldung noch möglich, die frühe Anmeldung erlaubt es uns aber besser abzuschätzen, ob diese ehrgeizige Aktion klappen kann. Homepage zum KZ-Adlerwerke
Rückfragen: Ulla Diekmann, mobil 0176-264 269 19

Zerstörung der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft an der Friedberger Anlage.

Dr. Ernst Gerhardt, Zeitzeuge am 9. November 1938.

Dr. Ernst Gerhardt, am 10. September 1921 in Frankfurt geboren, war am 9. November 1938 siebzehn Jahre alt.

„1938, am 9. November, das weiß ich noch genau: Ich war Angestellter bei der Firma Braun und da kam unser Direktor, der kam aus der Stadt zurück. Wir hatten unseren Betrieb im Gallusviertel. Er hat gesagt, in der Stadt brennen alle Synagogen. Und das war natürlich für mich ein Anlass. Als ich dann Betriebsschluss hatte, um 5 Uhr nachmittags, da habe ich mich aufs Fahrrad gesetzt, und bin in die Stadt gefahren. Ich bin dann an die Obermainanlage, da war die große Synagoge an der Friedberger Anlage und die hat gebrannt. Da war auch die Feuerwehr. Und ich steh davor und die Feuerwehr hat nur die Nachbarhäuser bespritzt und nicht die Synagoge. Und da habe ich noch zu den Leuten die da rumstanden gesagt, die löschen ja überhaupt nicht. Mir war es nicht zum Lachen zumute und die Leute waren alle schweigsam. Es steht manchmal in der Zeitung, die Leute hätten gejohlt. Ich habe das nicht erlebt. Ich habe schweigende sehr, sehr nachdenkliche Leute gesehen um mich herum. Da habe ich mich aufs Fahrrad gesetzt und bin nach Hause gefahren und hab es meiner Mutter erzählt. Und da sind wir uns um den Hals gefallen und haben laut geheult. Das weiß ich noch so. Danach war allerdings dann Schweigen. In der Presse war Schweigen, auch in der öffentlichen Meinungsbildung. Ich habe erwartet, dass in der Kirche am Sonntag darauf irgendwas gesagt wird, ein Gebet. Auch der Pfarrer sagte nichts. Nichts, alles war still. Die hatten natürlich Angst. Mut wäre da angebracht gewesen. Aber es war natürlich das Gespräch in der Runde. Ich war ein aktiver Mann in der katholischen Jugend und wir waren ja von den Nazis verfolgt und verboten und wir sind sonntags immer in der Kirche gewesen, und da haben wir uns auf dieser Ebene dann getroffen.“

Auszug aus dem Interview mit Dr. Ernst Gerhardt (Iris Bergmiller-Fellmeth und Ulla Schickling)

Öffnungszeiten im November

Wir freuen uns am 9. November unsere Ausstellung „Synagogen in Deutschland – eine virtuelle Rekonstruktion einer breiten Öffentlichkeit zeigen zu können. Im November gibt es mehrere weitere Termine, an denen die Ausstellungen besucht werden können:

Am 9. und 10. November wird der World Jewish Congress eine Fassadenprojektion der zerstörten Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft an die Außenwand des Hochbunkers ab Einbruch der Dunkelheit projizieren. Am 9. November werden wir vor Ort wie jedes Jahr um 17 Uhr Kerzen anzünden. Der Hochbunker wird an beiden Tagen für Besucher von 17:00 – 21:00 geöffnet sein.

Im November kann der Hochbunker und die Ausstellungen mittwochs von 17:00 – 19:00 Uhr sowie sonntags von 11: 00 – 14:00 Uhr besucht werden.

Am 7. November findet die Eröffnung für geladene Gäste von 11-14 Uhr statt. Aus Brandschutzgründen können wir unser Haus leider nur für eine begrenzte Zahl an Gästen öffnen. Für Besucher ist der Bunker an diesem Sonntag ausnahmsweise geschlossen.