Musik als Form geistigen Widerstandes

Band 1

Joachim Carlos Martini
Musik als Form geistigen Widerstandes 1
Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933-1945.
Das Beispiel Frankfurt am Main
Texte, Bilder, Dokumente

Unter Mitarbeit von Birgit Klein und Judith Freise

Eine reich illustrierte zweibändige Dokumentation der Verfolgung, aber auch des Widerstandes jüdischer Musikerinnen und Musiker in Frankfurt am Main unter der Naziherrschaft. Da Frankfurt neben Berlin das Zentrum jüdischen Musiklebens in Deutschland war, hat Martinis Werk exemplarische Bedeutung.

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Steine der Erinnerung

Aus der Geschichte lernen? Welches Arbeitskonzept soll in Zukunft am Ort der ehemaligen Synagoge realisiert werden? Frankfurt am Main, Theaterhaus Frankfurt, Schützenstraße 12, 8. Juni 2008, Kurt Grünberg, Initiative 9. November e.V.

„Die Ermordeten sollen noch um das einzige betrogen werden, was unsere Ohnmacht ihnen schenken kann, das Gedächtnis“ (Adorno, „Ob nach Auschwitz sich noch leben lasse“, S. 33) Wie soll man eigentlich „aus der Geschichte lernen“? Einige der Anwesenden mögen sich an den Geschichtsunterricht in der eigenen Schulzeit erinnern. Da sollten eher emotionslos Daten und Fakten gelernt werden, für die sich oftmals kaum einer interessierte. Oder man interessierte sich doch; dann forderten manch‘ eifrige Lehrerinnen oder Lehrer dazu auf, die geschichtlichen Ereignisse nicht durch eigene Interessen und Haltungen „ideologisch einzufärben“, um sich den – angeblich möglichen – objektiven Blick auf die historischen Geschehnisse „nicht zu verbauen“. Das, was gerade nicht für bedeutsam erachtet wurde, (wo der objektive Blick „wegschaut“), das, woran sich Menschen lieber nicht erinnern, die Auslassungen wären vermutlich viel spannender und lehrreicher gewesen als das für die Jugendlichen Vorgesehene.

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Antisemitismus in Frankfurt

Über Antisemitismus, Neo-Nazis und Zivilcourage in Frankfurt am Main

In letzter Zeit erweisen sich die politische Führung, die Parteien, Justiz, Medien und die Polizei unserer Stadt als unfähig, einen zunehmend offen und zunehmend gewalttätig sich äußernden Antisemitismus wirksam in die Schranken zu weisen. Zur Rechtfertigung ihres Unvermögens weisen ihre Vertreter zwar immer wieder auf die Rechtslage hin, dass NPD und DVU nicht verboten seien. Gleichzeitig erweisen sie sich als blind für die Möglichkeiten, eigene Macht konsequent zu nutzen und zu präsentieren. Ersatzweise rufen sie die Bevölkerung auf, gegen „braune Flut“ und den Antisemitismus Zivilcourage und aufrechte Gesinnung zu zeigen. Zugute halten könnte man dem noch den Gedanken, dass das Problem des Antisemitismus und der Staatsfeindschaft nicht auf die Existenz und Aktivität von rechtsextremen Parteien beschränkt ist und insofern eine Sache aller. Die Ereignisse zeigen jedoch immer wieder, dass couragiertes Handeln angesichts des Ausmaßes von Gewalt, mit der man es zu tun bekommt, Einzelne völlig überfordert und zu sehr ängstigt, zumal sie sich durch das Verhalten von Polizei und Justiz regelmäßig allein gelassen und demotiviert sehen. Wie auch nicht, wenn eine insbesondere durch ihren Legalismus sich selbst lähmende Staatsmacht versagt.

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Immaterielle Zeugnisse

Synagogen in Deutschland. Potentiale digitaler Technologien für das Erinnern zerstörter Architektur

von Marc Grellert

Dieses Buch zeigt am Beispiel von Synagogen in Deutschland Potentiale und Grenzen von 3D-Computer-Rekonstruktionen und des Internets für das Erinnern zerstörter Architektur auf. Im Vergleich mit traditionellen Erinnerungsformen erfolgt eine umfassende Analyse der Bedeutung dieser Technologien für die Erinnerungskultur. Die Untersuchungen beruhen auf langjährigen Erfahrungen des Autors mit Rekonstruktionsprojekten sowie Ausstellungsinstallationen und werden ergänzt durch Interviews mit Museumsfachleuten und Vertretern jüdischer Institutionen.

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