Wiedereröffnung der Ausstellungen am 26. April

Die Winterpause ist vorbei und wir öffnen wieder regelmäßig den Bunker für den Besuch unserer Ausstellungen.

Für den Eröffnungstag am 26.4. haben wir ein besonderes Programm vorbereitet mit Führungen zu den folgenden Ausstellungen:

  • 11:30 Uhr: Ostend Ausstellung, Führung mit Gabriela Schlick-Bamberger
  • 12:00 Uhr: Synagogen Ausstellung, Führung mit dem Kurator Marc Grellert
  • 12:30 Uhr: Displaced Persons, Führung mit dem Zeitzeugen Majer Szanckower
  • 13:00 Uhr: Einige waren Nachbarn, Führung mit Renata Berlin (Vorstand, Initiative 9. November)

Eine vorherige Anmeldung zu den Führungen ist nicht erforderlich. Bitte an warme Kleidung denken, der Bunker ist unbeheizt und ist noch kalt vom Winter.

Ab dem 26. April bis Ende November haben wir jeden Mittwoch von 17-19 Uhr und jeden Sonntag von 11-14 Uhr geöffnet. Zweimal im Monat findet eine Führung des Jüdischen Museums durch die Ostend Ausstellung statt.

Ausstellungseröffnungen: „Die Synagoge in der Unterlindau 23″ und „Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war“

Am 3. Mai um 17 Uhr im Hochbunker

Jüdische Geschichte Sichtbar machen – Die Synagoge in der Unterlindau 23

Ein Projekt mit Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt 2024-2025

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse eines Projekts von Konfirmandinnen und Konfirmanden, die sich mit der fast vergessenen Synagoge in der Unterlindau 23 beschäftigt haben. Geforscht wurde sowohl zum Gebäude selbst als auch zu Menschen, die mit der Synagoge verbunden waren. Auf 9 Roll-Ups und mit einigen Exponaten der Rekonstruktionen werden die beeindruckenden Ergebnisse präsentiert. Vor allem die maßstabsgetreuen analogen und digitalen Rekonstruktionen ermöglichen ein lebendiges Bild, wie die Synagoge ausgesehen haben kann, von der leider keine Fotografien mehr existieren. Gearbeitet wurde unter anderem mit Klemmbausteinen, aber auch digitalen Hilfsmitteln (z.B. Minecraft oder Architektursoftware). Neben allgemeinen Informationen zur Synagoge werden in der Ausstellung auch Ausschnitte aus einem Rundgang durch das Westend gezeigt, der unter anderem den Rabbiner Dr. Jakob Horovitz den Blick nimmt.

1893 war die Synagoge als erste Synagoge im Westend als Teil der israelitischen Religionsschule gebaut worden. 1926 wurde sie dann durch ihre intensive Nutzung erweitert und durch den Weltkrieg komplett zerstört. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an den ursprünglichen Standort.

Eine Konfirmandin sagt im Rückblick: „Die Synagoge zu rekonstruieren war, als würde man ihr ein neues Leben geben. Das Thema hat mich wirklich berührt und ich finde es immer noch unglaublich, dass man jeden Tag einfach so an der Gedenktafel vorbeigelaufen ist, ohne sich Gedanken über die Geschichte dahinter zu machen. Umso mehr bin ich froh, diese Synagoge noch einmal zum Leben zu erwecken und über sie Bescheid zu wissen.“

Eine Publikation zum Projekt ist erhältlich.

Unterstützt und gefördert wurde das Projekt u.a. durch die Jüdische Gemeinde Frankfurt, das Buber-Rosenzweig-Instituts (Synagogengedenkbuch Hessen), den Ortsbeirat 2 und das Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main.

 „Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war“

Diese Ausstellung, die erstmals 2023 im Frankfurter Studierendenhaus gezeigt wurde, betrachtet den Frankfurter Auschwitzprozess vor allem aus der Perspektive der Opfer, die als Zeuginnen und Zeugen aussagten und die es oft große Überwindung kostete, vor Gericht davon zu berichten, was ihnen angetan wurde.

Eine Kooperation des Ausstellungskollektivs, der Initiative 9. November e.V. und des Fördervereins des Fritz Bauer Institut.

Eröffnung der Ausstellungen: Sonntag 3. Mai 2026 um 17:00 Uhr.

Bunker Friedberger Anlage 5-6, 60314 Frankfurt

Die beiden Ausstellungen sind bis Ende November 2026 zu sehen.

Vor 87 Jahren, am 9. November 1938, brannten in Deutschland die Synagogen.

Synagoge Friedberger Anlage, um 1907, Westseite

Auch die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft
hier in Frankfurt an der Friedberger Anlage
wurde im Pogrom 1938 von den Nazis zerstört.

In der Zeit, in der in Deutschland eine faschistische Partei
immer stärker wird, laden wir Sie alle am Sonntag, den
9. November um 17 Uhr ein, um der Zerstörung der Synagogen
und der Ermordung der Frankfurter Juden zu gedenken.

Auf der Außenfassade wird die virtuelle Rekonstruktion
der Synagoge (TU Darmstadt, FB Digitales Gestalten) projiziert.

Wir eröffnen an diesem Abend eine kleine Ausstellung
zur Zerstörung der Synagoge.

Musikalische Begleitung: Pablo Olvera Salvador (Klarinette).

Unsere Ausstellungen sind am Abend geöffnet.

Julius Meyer. November 1938

Filmvorführung, Lesung und Gespräch mit dem Regisseur Heiko Arendt am 2. November um 18 Uhr

Der Film thematisiert die Verhaftung des Frankfurter jüdischen Rechtsanwalts und Notars Julius Meyer während des November-Pogroms 1938. In diesen Tagen wurden rund 3000 Frankfurter Juden – unter ihnen Julius Meyer – festgenommen und in die Festhalle getrieben, bevor sie dann von dort in die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau transportiert wurden. Julius Meyer überstand die Haftzeit in Buchenwald und konnte nach seiner Freilassung mit seiner Familie nach England fliehen. Dort schrieb er 1940 über die Ereignisse dieser Tage und die Vorfälle in der Frankfurter Festhalle.

Der Schauspieler Jochen Nix liest im Film aus den Tagebuchaufzeichnungen des Julius Meyer. Die Lesung wird unterstützt durch Bilder der Festhalle.

Vor dem 40-minütigen Film liest Heiko Arendt aus Texten zum Novemberpogrom und der Zerstörung der Synagogen in Frankfurt. Er steht danach für ein Gespräch mit dem Publikum bereit.

Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns natürlich. Bitte warme Kleidung mitbringen, der Bunker ist recht kühl.

Fast vergessen: Die jüdische Gemeinde Bockenheim und ihre Synagoge

SW-Foto der Synagoge in der Schloßstraße

Vortrag von Christine Hartwig-Thürmer (Studienkreis Widerstand 1933-1945), Norbert Saßmannshausen und Wilhelm Breder (Freunde Bockenheims e.V.) am 23. September um 19:30

Rabbiner Dr. Jakob Horovitz

In Bockenheim gab es ab 1822 ein gleichberechtigtes Zusammenleben jüdischer und christlicher Deutscher mit völliger Gewerbefreiheit, einem Stadtrat sowie einem Bürgerausschuss. Ab 1933 wurden die Mitglieder der jüdischen Gemeinde ins Exil gedrängt oder ermordet. Während der Pogromnacht wurde die Synagoge in Brand gesteckt. Dr. Jakob Horovitz, der letzte Rabbiner, wurde von der Gestapo zu Tode gefoltert. Heute erinnert hier nichts mehr an die jüdische Gemeinde. Lediglich für die Synagoge existiert eine Gedenkplatte.

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