14. Juni: „Ich hab´ kein Heimatland“ Lesung mit Musik

Diana Garcia Simon liest aus ihrem Buch und erzählt über ihre Recherchen zu jüdischen Spuren im Argentinischen Tango.
Musik: Juliette Lopez, Piano, Thu Trang Sauer und Heiner Köhnen (Violine), Norbert Kotzan (Bandoneon)

Die Texte des Tangos, die an den beiden Ufern der Mündung des Río de la Plata entstanden, sind eine literarische und sprachliche Dokumentation der Migrationserfahrungen der argentinischen und uruguayischen Gesellschaft. Wir konzentrieren uns auf den künstlerischen Einfluss der Zuwanderung jüdischer Herkunft aus den osteuropäischen Ländern. Von besonderem Interesse ist die aschkenasische Einwanderung, verursacht durch die Russische Revolution, gefolgt von der Einwanderung deutscher Juden.

Jiddisch beginnt ein Teil des Tango-Wortschatzes zu werden, es vermischt sich mit anderen Randsprachen der polnischen Einwanderung und mit dem bereits existierenden Lunfardo, der Sprache des Tango und der Vororte schlechthin.

Die Themen Vertreibung, Repression und Diskriminierung in ihren Herkunftsländern sind Teil der neuen Texte. Auch das endlose Exil jüdischer Musiker, die in Argentinien blieben oder nach Europa zurückkehrten, spiegelte sich in den hierin wider.

Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns natürlich. Bitte warme Kleidung mitbringen, der Bunker ist recht kühl.

Pressestimmen zum Konzert Gegen das Vergessen am 10.5.

FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 12.5.: Jüdische Kompositionen aus Frankfurt: Es (über)lebe die Musik! – Ein unvergesslicher Abend am Ort der ehemaligen Synagoge – mit wiederentdeckten Kompositionen jüdischer Genies, die die Nazis einst vergessen machen wollten.
https://www.fr.de/frankfurt/juedische-kompositionen-aus-frankfurt-es-ueber-lebe-die-musik-94302050.html

HR2 vom 9.5.: Konzert „Gegen das Vergessen“ – Nora Eggers zu Gast bei Christiane Hillebrand

https://www.hr2.de/podcasts/musikland-hessen–konzert-gegen-das-vergessen,audio-118270.html

Pressestimmen zu den neuen Ausstellungen

Foto der Ausstellungstafeln für die neuen Ausstellungen

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 13.5.: Jüdische Geschichte sichtbar machen – Im Hochbunker an der Friedberger Anlage sind neue Ausstellungen zu sehen. Eine berichtet von den Zeugen beim Frankfurter Auschwitzprozess, die andere zeigt Rekonstruktionen der Synagoge in der Unterlindau 23.
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frankfurt-ausstellungen-im-hochbunker-zu-juedischer-geschichte-accg-200814285.html

HR2 vom 7.5.: Jüdische Geschichte in Frankfurt – Mario Scalla empfiehlt den Besuch zweier Ausstellungen zur jüdischen Geschichte in Frankfurt.
https://www.hr2.de/programm/hr2-fruehkritik-juedische-geschichte-in-frankfurt–zwei-ausstellungen-im-frankfurter-hochbunker-in-der-friedberger-anlage,fruehkritik-hochbunker-102.html

FRANKFURTER NEUE PRESSE vom 24.4.: Die Zeugen im Auschwitzprozess – Hochbunker startet am Sonntag in die neue Ausstellungssaison – Mehrere Führungen

FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 24.4.: Neue Ausstellungen im Frankfurter Hochbunker – Die Initiative 9. November lädt wieder in die jüdische Gedenkstätte ein: Es geht um eine ehemalige Synagoge und um den Auschwitz-Prozess.
https://www.fr.de/frankfurt/neue-ausstellungen-im-frankfurter-hochbunker-94275536.html

Ausstellungseröffnungen: „Die Synagoge in der Unterlindau 23″ und „Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war“

Foto der Ausstellungstafeln für die neuen Ausstellungen

Am 3. Mai um 17 Uhr im Hochbunker

Jüdische Geschichte Sichtbar machen – Die Synagoge in der Unterlindau 23

Ein Projekt mit Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt 2024-2025

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse eines Projekts von Konfirmandinnen und Konfirmanden, die sich mit der fast vergessenen Synagoge in der Unterlindau 23 beschäftigt haben. Geforscht wurde sowohl zum Gebäude selbst als auch zu Menschen, die mit der Synagoge verbunden waren. Auf 9 Roll-Ups und mit einigen Exponaten der Rekonstruktionen werden die beeindruckenden Ergebnisse präsentiert. Vor allem die maßstabsgetreuen analogen und digitalen Rekonstruktionen ermöglichen ein lebendiges Bild, wie die Synagoge ausgesehen haben kann, von der leider keine Fotografien mehr existieren. Gearbeitet wurde unter anderem mit Klemmbausteinen, aber auch digitalen Hilfsmitteln (z.B. Minecraft oder Architektursoftware). Neben allgemeinen Informationen zur Synagoge werden in der Ausstellung auch Ausschnitte aus einem Rundgang durch das Westend gezeigt, der unter anderem den Rabbiner Dr. Jakob Horovitz den Blick nimmt.

1893 war die Synagoge als erste Synagoge im Westend als Teil der israelitischen Religionsschule gebaut worden. 1926 wurde sie dann durch ihre intensive Nutzung erweitert und durch den Weltkrieg komplett zerstört. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an den ursprünglichen Standort.

Eine Konfirmandin sagt im Rückblick: „Die Synagoge zu rekonstruieren war, als würde man ihr ein neues Leben geben. Das Thema hat mich wirklich berührt und ich finde es immer noch unglaublich, dass man jeden Tag einfach so an der Gedenktafel vorbeigelaufen ist, ohne sich Gedanken über die Geschichte dahinter zu machen. Umso mehr bin ich froh, diese Synagoge noch einmal zum Leben zu erwecken und über sie Bescheid zu wissen.“

Eine Publikation zum Projekt ist erhältlich.

Unterstützt und gefördert wurde das Projekt u.a. durch die Jüdische Gemeinde Frankfurt, das Buber-Rosenzweig-Instituts (Synagogengedenkbuch Hessen), den Ortsbeirat 2 und das Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main.

 „Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war“

Die Ausstellung „Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war. Der Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963–1965“ zeichnet die Geschichte des Gerichtsverfahrens nach – von den Vorermittlungen über die Hauptverhandlung bis hin zu den gesellschaftlichen und kulturellen Nachwirkungen. Anhand von Archivdokumenten, Fotografien, Tonaufnahmen sowie Videos mit Zeitzeug:innen-Interviews wird rekonstruiert, wie es zu dem Prozess kam, welche Motive die beteiligten Akteur:innen verfolgten und welche Folgen der Prozess für die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen hatte.

Ausgangspunkt der Ausstellung war ein bei einer Recherche gefundener Brief des Frankfurter Juristen Henry Ormond an seinen polnischen Kollegen Jan Sehn aus dem Januar 1963. Darin beschreibt Ormond Überlegungen, das Material, das nicht im Prozess verwendet wurde, gemeinsam mit Fritz Bauer in einer Ausstellung im Frankfurter Studierendenhaus zu zeigen – ein Vorhaben, das damals nicht realisiert wurde.

Anlässlich des 60. Jahrestages der Prozesseröffnung griff ein fünfköpfiges Kollektiv die Idee auf und entwickelte erstmals 2023 eine Ausstellung über den Auschwitz-Prozess, die sich auf die Perspektive der Opfer und Überlebenden fokussiert und hervorhebt, wie Zeug:innen oder Jurist:innen entscheidend dazu beitrugen, dass die Wahrheit über Auschwitz ans Licht kommen konnte.

Die Kurator:innen der Ausstellung arbeiten oder studieren in der Holocaustforschung, der Rechtswissenschaft, im Sammlungs- und im künstlerischen Bereich. Die Ausstellung war zunächst im Studierendenhaus Frankfurt, ein Jahr später im Rathaus Römer zu sehen und wird nun erneut gezeigt.

Eine Ausstellung des Ausstellungskollektivs, des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V. und der Initiative 9. November e.V.

Eröffnung der Ausstellungen: Sonntag 3. Mai 2026 um 17:00 Uhr.

Bunker Friedberger Anlage 5-6, 60314 Frankfurt

Die beiden Ausstellungen sind bis Ende November 2026 zu sehen.