
Jüdische Geschichte Sichtbar machen – Die Synagoge in der Unterlindau 23
„Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war“
Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion
Displaced Persons – Vom DP Lager Föhrenwald nach Frankfurt am Main
Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel
Die Zerstörung der Synagoge in der Friedberger Anlage
Jüdische Geschichte Sichtbar machen – Die Synagoge in der Unterlindau 23
Ein Projekt mit Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt 2024-2025
Ausstellungseröffnung am 3. Mai

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse eines Projekts von Konfirmandinnen und Konfirmanden, die sich mit der fast vergessenen Synagoge in der Unterlindau 23 beschäftigt haben. Geforscht wurde sowohl zum Gebäude selbst als auch zu Menschen, die mit der Synagoge verbunden waren. Auf 9 Roll-Ups und mit einigen Exponaten der Rekonstruktionen werden die beeindruckenden Ergebnisse präsentiert. Vor allem die maßstabsgetreuen analogen und digitalen Rekonstruktionen ermöglichen ein lebendiges Bild, wie die Synagoge ausgesehen haben kann, von der leider keine Fotografien mehr existieren. Gearbeitet wurde unter anderem mit Klemmbausteinen, aber auch digitalen Hilfsmitteln (z.B. Minecraft oder Architektursoftware). Neben allgemeinen Informationen zur Synagoge werden in der Ausstellung auch Ausschnitte aus einem Rundgang durch das Westend gezeigt, der unter anderem den Rabbiner Dr. Jakob Horovitz den Blick nimmt.
1893 war die Synagoge als erste Synagoge im Westend als Teil der israelitischen Religionsschule gebaut worden. 1926 wurde sie dann durch ihre intensive Nutzung erweitert und durch den Weltkrieg komplett zerstört. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an den ursprünglichen Standort.
Eine Konfirmandin sagt im Rückblick: „Die Synagoge zu rekonstruieren war, als würde man ihr ein neues Leben geben. Das Thema hat mich wirklich berührt und ich finde es immer noch unglaublich, dass man jeden Tag einfach so an der Gedenktafel vorbeigelaufen ist, ohne sich Gedanken über die Geschichte dahinter zu machen. Umso mehr bin ich froh, diese Synagoge noch einmal zum Leben zu erwecken und über sie Bescheid zu wissen.“
Eine Publikation zum Projekt ist erhältlich.
Unterstützt und gefördert wurde das Projekt u.a. durch die Jüdische Gemeinde Frankfurt, das Buber-Rosenzweig-Institut (Synagogengedenkbuch Hessen), den Ortsbeirat 2 und das Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main.
Die Ausstellung ist bis Ende November 2026 zu sehen.
„Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war“
Ausstellungseröffnung am 3. Mai
Diese Ausstellung, die erstmals 2023 im Frankfurter Studierendenhaus gezeigt wurde, betrachtet den Frankfurter Auschwitzprozess vor allem aus der Perspektive der Opfer, die als Zeuginnen und Zeugen aussagten und die es oft große Überwindung kostete, vor Gericht davon zu berichten, was ihnen angetan wurde.
Eine Kooperation des Ausstellungskollektivs, der Initiative 9. November e.V. und des Fördervereins des Fritz Bauer Instituts.
Die Ausstellung ist bis Ende November 2026 zu sehen.
Einige waren Nachbarn

Die Ausstellung „Einige waren Nachbarn“ zeigt, wie sich die einzelnen Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus gegenüber ihren verfolgten Nachbarn, Freunden, Arbeitskollegen, Klassenkameraden verhalten haben. Haben sie diese unterstützt oder verraten? Die zentrale Rolle Adolf Hitlers und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar, aber sie waren auf unzählige andere angewiesen. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum nahmen einige mit größtem Eifer an der Verfolgung von Juden teil, während andere Mitläufer waren oder sich aus anderen Gründen anschlossen? Warum haben so wenige den Opfern geholfen?
Die Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museums zeigt, welche Motive und Zwänge die Entscheidungen und Verhaltensweisen von Individuen während des Holocaust beeinflussten. Die Ausstellung haben wir um die Situation in der Stadt Frankfurt ergänzt: wer hat gerettet? Wer hat denunziert? Wer hat profitiert?
Wie haben die städtischen Beamten der vormals „jüdischsten“ deutschen Stadt agiert, haben sie „nur Befehle ausgeführt“ oder haben sie persönlich – zusätzlich – mehr getan. Oder umgekehrt – dank ihrer Position Menschen gerettet?
Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion



Die Ausstellung wurde vom Institut für Auslandsbeziehungen in Kooperation mit der Technischen Universität Darmstadt – Fachgebiet Digitales Gestalten entwickelt. Sie zeigt mit digitalen Technologien die virtuelle Rekonstruktion von mehr als 25 Synagogen, die zusammen mit vielen anderen 1938 im Novemberpogrom von Nationalsozialisten zerstört wurden.
Ziel der Ausstellung ist es, mit der Visualisierung der Synagogen den kulturellen Verlust und die städtebauliche Bedeutung der zerstörten Bauwerke zu veranschaulichen und die kulturelle Blüte jüdischer Gemeinden zu zeigen. Die Ausstellung führt die Besucher unweigerlich zu der Frage, warum es diese Bauwerke und ihre Gemeinden nicht mehr gibt. Geschichte wird durch emotionale Momente nähergebracht. Die digitalen Bilder vermögen Barrieren des Kennenlernens jüdischer Kultur abzubauen – der meist unbekannte Raum einer Synagoge kann auf diese Weise mit Virtual Reality erkundet werden.
Im ersten Teil werden der damalige gesellschaftliche und politische Kontext sowie das Ausmaß der Zerstörung gezeigt. Im zweiten Teil vermitteln Projektionen, Animationen und Virtual-Reality die zerstörte Pracht der Gotteshäuser. Ihre Architektur und Geschichte können Besucher:innen zusätzlich an Bildschirm-Arbeitsplätzen selbst erkunden.
Die Ausstellung richtet sich v.a. an Jugendliche und junge Erwachsene sowie alle Interessierte von Nah und Fern. Geplant sind fachkompetente Führungen.
Wir danken dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, dem Kulturamt Frankfurt am Main, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Stiftung Citoyen sowie den vielen privaten Spendern für ihre großzügige Unterstützung. Dank der guten Zusammenarbeit vom Amt für Bau und Immobilien der Stadt Frankfurt und der Initiative 9. November e.V. konnte durch umfassende Brandschutzmaßnahmen die Nutzung des 2. Obergeschoss realisiert werden.
Weitere Informationen:
Der Kurator Dr. Marc Grellert erläutert bei der Eröffnung die Ausstellung
Displaced Persons – Vom DP-Lager Föhrenwald nach Frankfurt am Main
Eine Ausstellung von Iris Bergmiller-Fellmeth und Elisabeth Leuschner-Gafga

Die Ausstellung nähert sich der Geschichte jüdischer Familien in Frankfurt in der Nachkriegszeit gewissermaßen »von unten«, ist also wesentlich aus Berichten, Familienfotos und -dokumenten der Zeitzeug*innen der zweiten Generation hervorgegangen. Die Ausstellung zeigt, wie neu gekommene jüdische Einwohnerinnen in der Waldschmidtstraße nicht zurückgekehrte Frankfurter, sondern Überlebende aus dem Osten Europas waren, die nach etlichen Jahren vor allem im DP-Lager Föhrenwald, dem größten in der amerikanischen Besatzungszone, 1956/57 von bayerischen Behörden Frankfurt zugewiesen worden waren. Keiner von ihnen hatte ursprünglich im Land der Täter bleiben wollen; aus gesundheitlichen, finanziellen oder beruflichen Gründen war aber eine Auswanderung nicht ermöglicht worden. Nachdem 1951 die administrative Zuständigkeit für Föhrenwald gewechselt hatte, erlangte mit Theodor Oberländer als Staatssekretär für Flüchtlingsfragen ein Nazi der ersten Stunde und im Krieg in antisemitische Mordaktionen involvierter Täter die politische Oberhoheit über das jüdische DP-Lager. Seine Laufbahn in der jungen Bundesrepublik steht exemplarisch für zahllose Nachkriegskarrieren gerade im Beamten- und Justizapparat.
Circa 30 Familien kamen zusammen mit ihren zum Teil in Föhrenwald geborenen Kindern in die beiden Wohnblöcke der Nassauischen Heimstätte im Frankfurter Ostend. Die Ausstellung geht den Fragen nach, wie die Kinder der Holocaustüberlebenden ihre Kindheit und Jugend erlebt haben? Wie war eine Integration möglich vor dem Hintergrund dessen, was die Eltern erlitten hatten und die Generation der Täter beharrlich beschwieg? Welche Entwicklungen halfen, dieses Schweigen zu durchbrechen und gegen härteste Widerstände Aufklärung zu leisten? Warum sind die Erinnerungen der Zeitzeug*innen der ersten und zweiten Generation wichtiger denn je?
Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel
Eine gemeinsame Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt und der Initiative 9. November e.V.

Sie veranschaulicht die einzigartige Geschichte und Prägung des Ostends durch seine jüdische Bevölkerung. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts lebten in dem neu entstandenen Frankfurter Quartier liberale, konservative und orthodoxe Jüdinnen und Juden; ab den 1880er Jahren kamen jüdische Migrantinnen, Migranten und Flüchtende aus Osteuropa hinzu. Unterschiedliche Riten und religiöse Gebräuche
bestimmten den Alltag und das Stadtbild. Ab 1850 entstanden hier viele Einrichtungen der Israelitischen Gemeinde und der neu gegründeten Israelitischen Religionsgesellschaft. Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft wurde die Vielfalt jüdischen Lebens vor Ort systematisch zerstört und die Bewohnerinnen und Bewohner wurden verfolgt, vertrieben und ermordet.
Die deutsch- und englischsprachige Publikation „Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel“ dokumentiert die Ausstellung in Text und Bild.
Führungen durch die Ausstellungen werden vom Jüdischen Museum veranstaltet, und finden während der Öffnungszeiten an jedem 2. Sonntag im Monat statt, weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Die Zerstörung der Synagoge in der Friedberger Anlage

Am 9. November brannten in Frankfurt mehrere Synagogen. Auch die Synagoge an der Friedberger Anlage wurde in dieser Nacht angegriffen, verwüstet und angezündet. Doch wie genau lief der Novemberpogrom hier ab? Wer beteiligte sich an der Zerstörung – und wer schaute weg? Was geschah mit den Mitgliedern der Gemeinde?
Diese Fragen blieben in unseren bisherigen Ausstellungen weitgehend unbeantwortet.
Dr. Ulrike Müller-Weil, ursprünglich selbst Besucherin unserer Ausstellungen, hat zum Pogrom in Frankfurt und dem Brand der Synagoge an der Friedberger Anlage Quellen und Berichte ausgewertet und mit Hilfe von unserem Mitglied Thomas Klein (Layout) auf vier Ausstellungstafeln dokumentiert.
Recherche von Dr. Ulrike Müller Weil zur Zerstörung der Synagoge in der Friedberger Anlage
Musik als Form geistigen Widerstandes – Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933 – 1945. Das Beispiel Frankfurt am Main.
Eine Ausstellung von Joachim-Carlos Martini und Judith Freise

Mit umfangreichem Bild- und Textmaterial aus in- und ausländischen Archiven zeichnen Martini und Freise die Geschichte der jüdischen Musikerinnen und Musiker und ihrer Institutionen in Frankfurt am Main und ihrer Entrechtung in der NS-Zeit nach. Nicht weniger werden aber auch die Versuche dokumentiert, der Verfolgung eigene Widerstandsformen entgegenzusetzen. Der erste Band umfasst ein einzigartiges Bildmaterial mit Hunderten von Abbildungen, ergänzt um eine Fülle informativer Texte und Dokumente. Hinzu kommen zahlreiche Musikerbiografien. Der zweite Band versammelt eine große Auswahl von Ankündigungen, Artikeln, Rezensionen, Registern u.a.m., insbesondere aus dem Frankfurter Israelitischen Gemeindeblatt 1933-1938.
