Am 9. November 2025 haben wir eine neue Ausstellung zur Zerstörung der Synagoge an der Friedberger Anlage eröffnet. Dr. Ulrike Müller-Weil, ursprünglich selbst Besucherin unserer Ausstellungen, hat zum Pogrom in Frankfurt und dem Brand der Synagoge an der Friedberger Anlage Quellen und Berichte ausgewertet und mit Hilfe von unserem Mitglied Thomas Klein (Layout) auf vier Ausstellungstafeln dokumentiert.
Auch die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft hier in Frankfurt an der Friedberger Anlage wurde im Pogrom 1938 von den Nazis zerstört.
In der Zeit, in der in Deutschland eine faschistische Partei immer stärker wird, laden wir Sie alle am Sonntag, den 9. November um 17 Uhr ein, um der Zerstörung der Synagogen und der Ermordung der Frankfurter Juden zu gedenken.
Auf der Außenfassade wird die virtuelle Rekonstruktion der Synagoge (TU Darmstadt, FB Digitales Gestalten) projiziert.
Wir eröffnen an diesem Abend eine kleine Ausstellung zur Zerstörung der Synagoge.
Musikalische Begleitung: Pablo Olvera Salvador (Klarinette).
Filmvorführung, Lesung und Gespräch mit dem Regisseur Heiko Arendt am 2. November um 18 Uhr
Der Film thematisiert die Verhaftung des Frankfurter jüdischen Rechtsanwalts und Notars Julius Meyer während des November-Pogroms 1938. In diesen Tagen wurden rund 3000 Frankfurter Juden – unter ihnen Julius Meyer – festgenommen und in die Festhalle getrieben, bevor sie dann von dort in die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau transportiert wurden. Julius Meyer überstand die Haftzeit in Buchenwald und konnte nach seiner Freilassung mit seiner Familie nach England fliehen. Dort schrieb er 1940 über die Ereignisse dieser Tage und die Vorfälle in der Frankfurter Festhalle.
Der Schauspieler Jochen Nix liest im Film aus den Tagebuchaufzeichnungen des Julius Meyer. Die Lesung wird unterstützt durch Bilder der Festhalle.
Vor dem 40-minütigen Film liest Heiko Arendt aus Texten zum Novemberpogrom und der Zerstörung der Synagogen in Frankfurt. Er steht danach für ein Gespräch mit dem Publikum bereit.
Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns natürlich. Bitte warme Kleidung mitbringen, der Bunker ist recht kühl.
Vortrag von Christine Hartwig-Thürmer (Studienkreis Widerstand 1933-1945), Norbert Saßmannshausen und Wilhelm Breder (Freunde Bockenheims e.V.) am 23. September um 19:30
Rabbiner Dr. Jakob Horovitz
In Bockenheim gab es ab 1822 ein gleichberechtigtes Zusammenleben jüdischer und christlicher Deutscher mit völliger Gewerbefreiheit, einem Stadtrat sowie einem Bürgerausschuss. Ab 1933 wurden die Mitglieder der jüdischen Gemeinde ins Exil gedrängt oder ermordet. Während der Pogromnacht wurde die Synagoge in Brand gesteckt. Dr. Jakob Horovitz, der letzte Rabbiner, wurde von der Gestapo zu Tode gefoltert. Heute erinnert hier nichts mehr an die jüdische Gemeinde. Lediglich für die Synagoge existiert eine Gedenkplatte.
Jodean Ator offers an English-language tour of the World War II bunker and our current exhibitions with Jewish Ostend and Virtual Reality Reconstructed Synagogues.
This guided tour is part of Germany’s largest cultural event. Over 5,000 historic buildings open their doors to you, your friends, and the whole family on the second Sunday in September throughout Germany. Discover places that are not normally accessible – on September 14 during Open Monument Day 2025.
Vor 80 Jahren wurde Frankfurt vom Nationalsozialismus befreit. Die unvorstellbaren Verbrechen des NS-Regimes dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Aus diesem Grund betreibt die Stadt Frankfurt bis heute eine intensive Erinnerungsarbeit. Das Dezernat für Kultur und Wissenschaft unter Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig ist seit Jahren im Austausch mit zahlreichen Initiativen, Organisationen und Vereinen im gesamten Stadtgebiet, die sich mit genau diesem „Wachhalten der Erinnerung“ beschäftigen. Auf welch unterschiedliche Weise dies geschieht, zeigt sie an fünf Beispielen.
Im 1. Stock zeigen wir in diesem Jahr die zwei Ausstellungen ‚Einige waren Nachbarn‘ und ‚Verbrannte Orte‘. Die Eröffnung findet am 4. Mai um 16 Uhr im Hochbunker an der Friedberger Anlage statt.
Nach der Annexion Österreichs sehen Anwohner zu, wie österreichische Nationalsozialisten Juden zwingen, den Bürgersteig zu schrubben. Wien, März 1938. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Die Ausstellung „Einige waren Nachbarn“ zeigt, wie sich die einzelnen Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus gegenüber ihren verfolgten Nachbarn, Freunden, Arbeitskollegen, Klassenkameraden verhalten haben. Haben sie diese unterstützt oder verraten? Die zentrale Rolle Adolf Hitlers und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar, aber sie waren auf unzählige andere angewiesen. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum nahmen einige mit größtem Eifer an der Verfolgung von Juden teil, während andere Mitläufer waren oder sich aus anderen Gründen anschlossen? Warum haben so wenige den Opfern geholfen?
Die Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museums zeigt, welche Motive und Zwänge die Entscheidungen und Verhaltensweisen von Individuen während des Holocaust beeinflussten. Die Ausstellung haben wir um die Situation in der Stadt Frankfurt ergänzt: wer hat gerettet? Wer hat denunziert? Wer hat profitiert?
Wie haben die städtischen Beamten der vormals „jüdischsten“ deutschen Stadt agiert, haben sie „nur Befehle ausgeführt“ oder haben sie persönlich – zusätzlich – mehr getan. Oder umgekehrt – dank ihrer Position Menschen gerettet?
„Nur dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“ Gedenkplakette auf dem Römerberg Frankfurt am Main
Die Ausstellung mit dem Titel „Verbrannte Orte“ behandelt die Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 mit dem Höhepunkt am 10. Mai 1933.
Die Ausstellung ist Teil eines Gedenkprojektes des Fotografen Jan Schenck und des Vereins „Verbrannte Orte e.V.“. Sie behandelt die umfassende Kampagne gegen missliebige Schriftsteller:innen und Publizist:innen, deren Bücher in öffentlich inszenierten Aktionen an mehr als 160 Orten verbrannt wurden, und zeigt mit Fotografien den heutigen Zustand einiger Orte, an denen diese Verbrennungen stattfanden.
Wir haben für die Präsentation der Ausstellung im Bunker neue Aspekte hinzugefügt. Zu den damaligen Ereignissen speziell in Frankfurt und Offenbach und zu den Repressalien gegen andere Bereiche der Kultur in den dreißiger Jahren.
Die Winterpause ist vorbei und wir öffnen wieder regelmäßig den Bunker für den Besuch unserer Ausstellungen. Am Eröffnungstag wird es zu folgenden Ausstellungen eine Führung geben, eine Anmeldung ist nicht erforderlich:
11:30 Führung Ostend – Blick in ein Jüdisches Viertel mit Gabriela Schlick-Bamberger
12:30 Führung Displaced Persons – Vom DP-Lager Föhrenwald nach Frankfurt am Main mit Gabriela Schlick-Bamberger
13:15 Führung Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion mit Kurator Marc Grellert
Ab dem 27. April bis Ende November haben wir jeden Mittwoch von 17-19 Uhr und jeden Sonntag von 11-14 Uhr geöffnet. Alle zwei Wochen findet eine Führung durch die Ostend Ausstellung statt.
Auch in diesem Jahr rufen wir gemeinsam mit internationalen Partnern dazu auf, am 21. März, dem Internationalen Aktionstag gegen Rassismus und Faschismus, gegen Ausgrenzung, Stigmatisierung, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiziganismus und jede Form von Rassismus zu protestieren.
Am 14. Januar 2025 wurde für die Widerstandskämpferin Rose Schlösinger ein neuer Gedenkbaum gepflanzt. Der erste Apfelbaum zu Ehren Rose Schlösingers wurde am 5. Oktober 1993 am Hochbunker gepflanzt. Leider ist dieser eingegangen, daher haben wir das Grünflächenamt Frankfurt gebeten einen neuen Baum zu pflanzen. Zur erneuten Einweihung in kleinem Kreis sprachen Renata Berlin sowie Elisabeth Abendroth.
Mit der heutigen Pflanzung dieses Ehrenbaums möchten wir Roses Schlösingers Leben und Wirken lebendig halten. Nicht nur als Teil der Vergangenheit, sondern als Auftrag an uns für Gegenwart. In den Zeiten, in denen eine faschistische Partei in Deutschland immer stärker wird, auch hier in Hessen, soll dieser Rose-Schlösinger-Baum uns erinnern, dass wir aktiv die Demokratie verteidigen und stärken müssen, damit es nicht zu einer faschistischen Gesellschaft kommt.
Renata Berlin, am 14. Januar 2025 zur Einweihung des Gedenkbaums
Verwendete Bilder: photographer unknown; Gerhard Hochhuth and Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Nachlass Schlösinger-Ennenbach-Sideri (full usage rights) – Gerhard Hochhuth (property); Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Nachlass Schlösinger-Ennenbach-Sideri (archive) CC BY-SA 4.0
für Ihre Freundschaft und Ihr Interesse an unseren Ausstellungen und Veranstaltungen möchten wir uns bei Ihnen herzlich bedanken.
Wir wünschen Ihnen fröhliches Chanukka, schönes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr! Wir freuen uns, Sie 2025 wieder bei uns begrüßen zu dürfen!
Seit Ende November befinden wir uns in der Winterpause und planen die kommenden Ausstellungen. Eine Ausstellung zu den Bücherverbrennungen in Frankfurt und Umgebung, der Auslöschung und Verbannung „entarteter“ Kultur. Die Ausstellung „Einige waren Nachbarn“, stellt das Verhalten der Nicht-jüdischen Bevölkerung und ihren Umgang mit den Jüdinnen und Juden in den Mittelpunkt.
Die Ausstellungen im Bunker werden wir wieder am 27. April im kommenden Jahr öffnen.
Herzliche Grüße,
Renata Berlin, Rainer Boettge, Max Apel
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