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Zur Zukunft des Bunkers
an der Friedberger Anlage,dem Ort
der zerstörten Synagoge
der Israelitischen Religionsgesellschaft.


Der Ort unseres Engagements ist von einer vielschichtigen und widersprüchlichen
Historie geprägt, die mit dem dortigen Bunker und dessen dumpfer Monumentalität
mahnend bis in die Gegenwart reicht.

Unsere Aktivitäten haben sich von Anfang an darauf konzentriert, die jüdische
Geschichte des Ortes freizulegen und zu erschließen und die in dem Bauwerk
eingelassene Schreckensgeschichte als etwas zu zeigen, dass das Zerstörende mit
dem Zerstörten, die Vernichtung mit dem Vernichteten in Verbindung bringt und als
einen heillosen, unauflösbaren Zusammenhang deutlich macht.

Dem dienten und dienen unsere vielfältigen Tätigkeiten und Projekte: diverse
Ausstellungen, Lesungen, wissenschaftliche Symposien, musikalische
Veranstaltungen, Filmprojekte und -vorführungen, Vorträge und Diskussionen zu
geschichtlichen und aktuellen politischen Entwicklungen; vor allem aber eine enge
Zusammenarbeit mit Zeitzeugen, mit Überlebenden und ihren Nachfahren.
Zudem war und ist die enge Kooperation mit dem Jüdischen Museum für uns über all
die Jahre sehr wichtig und produktiv gewesen.
Bei all dem sehen wir uns von dem Impuls getragen, die „Erzählung“ dieses Ortes als
ein Moment der Stärkung der Zivilgesellschaft anzulegen.

Durch unsere Arbeit ist es uns gegen die Absicht des Bundes, den Bunker auf dem
freien Immobilienmarkt zu verkaufen gelungen, ihn auf einem hürdenreichen Weg, stets
von einer breiten Öffentlichkeit unterstützt, als Gedenkstätte und dem Gemeinbedarf
vorbehalten fest zu verankern und das Nutzungsrecht durch und für die Initiative
9. November e.V. zu sichern.
Unsere Arbeitsziele sind unverändert folgende:
• Weiterhin die vielen Facetten der Geschichte des Ortes herausstellen und
   verdeutlichen, dass und wie sich in ihr die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts
   verdichtet.

• Die Entwicklung eines Rechercheprojektes zu den Novemberpogromen in Frankfurt.

• Den Bau des Bunkers als Architektur des Krieges erfahrbar machen; seine
   Modernisierung und Aufrüstung im kalten Krieg zum ABC-Bunker als fortgesetzte
   Verdrängung der Geschichte vermitteln.

• Fortführung der Arbeitsstruktur der Initiative 9. November in Form eines freien
   bürgerschaftlichen Engagements im Sinne einer alternativen Erinnerungskultur
   „von unten“.

• Diesen Ort als einen des Gedenkens, Handelns und auch als Ort des Widerstandes
   gegen Rassismus und Antisemitismus immer wieder stärken.

• Weitere Räume einrichten für Dokumentationen, Ausstellungen, auf den Ort bezogene
   künstlerische Aktionen, Debatten, um derart einen Bezugs- und Anregungspunkt für
   einen kritischen gesellschaftlichen Dialog zu schaffen.

• Fortführung der Kooperation mit städtischen und nichtstädtischen freien Einrichtungen und Initiativen.

• Das Gebäude „authentisch“ belassen und weiterhin durch unsere Aktivitäten zum
   Sprechen bringen, auch durch das Freilegen der Synagogenfundamente hinter dem
Bunker.



25.01.2017 Initiative 9. November